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Buchbesprechung: „Heimische Heil- und Vitalpilze“ von Gerit Fischer

Heimische Heil- und Vitalpilze

Heute möchte ich ein kleinen, handlichen Führer in die Welt der heimischen Heil- und Vitalpilze vorstellen. Das Buch ist im Mankau-Verlag erschienen und ist nicht nur ein guter Ratgeber sondern auch ein schönes Geschenk.

Zunächst ein paar Worte zur Autorin

Mit der Autorin verbindet mich nicht nur der gleiche Jahrgang sondern auch das Interesse für die Ernährung. Gerit Fischer ist als Ernährungswissenschaftlerin und Mykomolekulare Fachberaterin. Sie arbeitet als Referentin und freie Journalistin mit Schwerpunkt nachhaltige Ernährung und Klima. Seit über zehn Jahren ist sie auf „Essen zum Selbersammeln“ spezialisiert und bildet sich laufend weiter zum Thema „medizinisch wirksame Pilze“. Sie lebt in Gablitz im österreichischen Wienerwald, wo sie Vorträge und Exkursionen anbietet. In einem eigenen Blog wie auch für Zeitschriften schreibt sie über Ernährungs- und Umweltthemen. Zu diesem Blog gelangen sie: >hier<

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Das Buch spricht schon einmal durch eine angenehme, kleine Größe an. Auf diese Weise passt es auch gut in einen Rucksack oder Jackentasche. Der Umschlag selbst besitzt eine griffige Struktur, denn mit diesem Buch soll „gearbeitet“ werden: In der Umschlagfaltung findet sich innen eine Schnellübersicht zu den Pilzen. Ein kleines Bild des Pilzes mit einer kurzen Beschreibung zum eventuellen Fundort erleichtert das Auffinden der Pilze nicht nur im Wald. Eine Wachstumsübersicht zeigt noch die üblichen Erntemonate an.

Bereits beim Lesen des Vorworts wurde mir klar, dass ich mir bisher über die heimisch wachsenden Pilze wenig Gedanken gemacht habe. Die Autorin möchte deswegen auf die heimischen Wälder unseren Blick lenken und zum Sammeln der Pilze einladen.

Das Buch ist in zwei große Teile gegliedert. Der 1. Teil trägt den schönen Titel „Im Reich der Pilze“. Hier wird Grundwissen zu den Pilzen vermittelt. Zunächst wird erläutert, warum Pilze keine Pflanzen sind und dem Menschen entwicklungsgeschichtlich näher stehen als wir zunächst glauben mögen. Hier erläutert sie sehr anschaulich den Aufbau des Pilzes und den oberflächlichen Teil, den Fruchtkörper. Der Text ist hier mit anschaulichen und ansprechenden Bildern unterlegt. Es finden sich auch immer wieder farblich unterlegte Texteinwürfe, die eine Art „Nice to know“ Info beinhalten. 

Gerit erläutert auch, wie Pilze in unserer Kultur immer wieder Anwendung und Nutzen fanden. Zum Beispiel wurden viele Pilze einst zum Feuermachen verwendet. Bei diesem Kulturausflug finden sich dann Beschreibungen der Pilze bei den Indianern wie auch bei den Hexen. Sie erläutert, dass Pilze in Asien sogar fast schon verehrt wurden. 

Nach diesen Fakten zu den Pilzen wird es langsam praktischer. Es folgt das Kapitel Pilze in der Küche. Inhaltsstoffe, Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe werden beschrieben. Auch die Verdaulichkeit von Pilzen findet Beachtung und die Gefahren des Pilzverzehrs werden besprochen. Die Autorin setzt sich auch mit dem Thema Umweltgifte und Radioaktivität auseinander. Im Kapitel Pilze in der Hausapotheke wird deutlich, dass Pilze weit mehr als ein reines Nahrungsmittel sein können. 

Nach diesen ganzen eher theoretischen Inhalten wird es dann langsam praktischer. Mit dem Unterkapitel Leidenschaft Pilzesammeln möchte Gerit praktisches Wissen zum Umgang mit Pilzen vermitteln: Erkennen der Pilze, Sammeln und Lagern, auch wie Pilze gelagert, getrocknet oder „wiederbelebt“ werden wird anschaulich und einfach erklärt. Hierauf folgt die Zubereitung von Pilzen als Heilmitteln. Es werden die einzelnen Zubereitungsformen erklärt und erläutert. In kurzen und knappen Unterkapiteln finden sich alle wichtigen Arten nachvollziehbar wieder. 

Schließlich folgt nun der 2. Teil des Buches. Das Porträt der 20 heimischen Pilzsorten. Hier beschreibt sie nicht einfach wild zu findende Pilze. Für die Beschreibungen der einzelnen Pilze waren folgende Kriterien wichtig:

  • Leicht zu finden (weitverbreitet und nicht allzu selten)
  • Leicht zu erkennen
  • Volksheilkundlich interessant
  • keine psychoaktiven Pilze
  • keine bedrohten Pilze

Bei den Porträts der Pilze ist klar, dass der Pilz in all seinen Facetten beschrieben wird. Der Leser soll den Pilz schließlich erkennen können und damit auch arbeiten. Es wird das Aussehen und die Größe des Pilzes beschrieben und Photos erleichtert das Wiedererkennen. Es werden Geruch, Geschmack, Standort, Sammelzeit und Gefährliche Doppelgänger erwähnt. Für die Speisepilze finden sich Nährwertangaben genauso wie die Inhaltsstoffe. Ein Rezept für die Küche rundet diese Beschreibung des einzelnen Pilzes ab. Natürlich finden sich dann auch die Informationen zur Anwendung als Heilpilz oder die Zubereitung als Tee.

Fazit

Ich war nie sonderlich interessiert an Pilzen. Doch das Lesen dieses Büchleins hat mich regelrecht für die Pilze begeistern können. Man muss nicht Pilzexperte oder Mediziner sein, um einen praktischen Nutzen von diesem Ratgeber zu haben. Dieses Buch lebt davon, immer wieder in die Hand genommen zu werden und etwas zu wiederholen oder zu vertiefen. Die Kernthemen der Autorin können gut verstanden werden. Gerit Fischer möchte den Leser für Pilze begeistern und gleichzeitig einen nachhaltigen und bewußten Umgang mit der Natur fördern. Es soll kein reines Theoriebuch sein. Es will angewendet werden. Ich bin mir sicher, dass dieses Büchlein nicht in den Tiefen meines Regals verschwinden wird. Ich werde es sicherlich ab und an wieder in die Hand nehmen und darin Inhalte nachlesen. 

Und wer das Büchlein nicht unbedingt für sich selbst haben möchte, hat mit dem Ratgeber und Führer in die heimische Pilzwelt sicher eine praktische Geschenkidee zur Hand.

Wo gibt es das Buch?

ISBN 978-3-86374-563-9 12,00 € (D)/ 12,40 € (A)

https://www.mankau-verlag.de/buecher/alle-buecher/heimische-heilpilze-vitalpilze

 

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