Tanz in den Mai, Walpurgisnacht oder Beltane

Der 30. April ist einiges mehr als einfach nur ein Datum. Für viele Menschen ist das Brauchtum oder die Tradition dahinter in Vergessenheit geraten, Ausländer oder moderne Städter kennen meist nur noch den Tanz in den Mai. Auf dem Land sieht es anders aus, dieser Tag wird als Walpurgis-Nacht begangen, die Nacht der riesigen Feuer und des Tanzes um das Feuer. Noch viel älter ist die Tradition von Beltane (Beltaine). An Beltane wird das Leben gefeiert, der Jahreskreis geht auf das Wachstum der Natur und der Welt um sich zu.

Im Mai wird im süddeutschen Raum auf jedem Dorfplatz der Maibaum aufgestellt. Schon das Aufrichten des maibaums ist ein wichtiges Spetakel
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Tanz in den Mai oder Tanz um das Beltane Feuer

Rund um den 1. Mai gibt es viele Traditionen. Man freut sich mit dem Mai auf die schöne, sonnige Jahreszeit. Die Kältezeit ist nun endlich abgeschlossen und die Tage sind eindeutig länger geworden. Man verbringt wieder mehr Zeit im Freien und natürlich hoffentlich auch im Grünen. Grün ist die Offizielle Farbe der traditionellen Maibowle, nur klassisch mit Waldmeister. Du brauchst dazu nicht viele Zutaten: 500 ml trockenen, spritzigen Weißwein, brauner Zucker (nach Gusto), Vanillinzucker, 250 ml trockenen Sekt, 1 Stängel Minze, 1 Stängel Zitronenmelisse, 5 Stängel Waldmeister (ohne Blüten!) und 2 frische Zitronenscheiben. Ansetzen, abschmecken und genieße Deinen Zaubertrank für den Mai. Idealerweise triffst Du Dich dazu mit ein paar Freunden und spielst zum Tanz auf.

Den Mai mit Feuer und Tanz beginnen

Traditionell wurde schon seit Uhrzeiten mit Feuern und ausgelassenen Tänzen in der Nacht zum 1. mai gefeiert. Je mehr Leute getanz haben, je besser die Stimmung der Menschen, umso reichlicher wird Mutter Erde erblühen uns uns mit möglichst vielen Früchten später beglücken. Ich erinnere mich noch an riesige Lagerfeuer, die von weiterher gesehen werden konnten.  Die Dorfbewohner und vor allem die Jugend trafen sich dort. Man trank zusammen und sang verschiedene fröhliche und manchmal anzügliche Lieder. Und je größer und ausgelassener die Stimmung wurde, wurde das Feuer zum Mittelpunkt des Treibens.

Apropos Feuer! Kennst Du die Bedeutung des Namens Beltane oder Beltaine? Bel bedeutet strahlend, glänzend, leuchtend. Tane oder auch Taine ist das „Feuer“. Der keltische Sonnengut wurde übrigens Belenus genannt.

Im Mai ist der Tanz oder das Spiel mit dem Feuer ein zentrales Thema. Ein wichtiges Detail der Walpurgisnacht. Nicht nur für HExen sondern für viele
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Zurück zu unserem Feuer. Damit das Feuer ein besonderes ist, wird das magische Maifeuer aus neunerlei Hölzern entzündet, z.B. Wacholder, Eiche, Ebereche, Kiefer, Birke, Fichte, Tanne, Lärche und Haselnuss. Denn in der Walpurgisnacht – so die Überlieferung – sind alle Zauberkräfte frei…. Eine Hexe kann sich jetzt verwandeln, reisen, wohin es ihr beliebt, Wachstum vermehren oder verhindern, wie es gerade gebraucht wird, oder auch Wasser in Wein verwirken.

Hexen-Schabernack an Beltane

In der Walpurgis-Nacht wird in meiner Heimat – auf der Schwäbischen Alb – viel Schabernack getrieben. So verschwinden in der Nacht alle möglichen Dinge rund um das Haus, die nicht ordentlich festgemacht oder aufgeräumt wurden. Und so wird am 01. Mai immer rings um die Kirche alle möglichen Gegenstände gefunden: Gartentüren, Bänke, Fahrräder oder vieles mehr. Verdächtigt werden dafür immer die Hexen, die in dieser Nacht mal wieder ihr Unwesen treiben… oder einfach die Jugendlichen des Dorfes.

Die Jugend hatte noch andere Traditionen. Hatte ein junger Mann sein Liebchen im Dorf erkoren und war bereit dies dem Dorf kund zu tun (mehr oder weniger). So wurde vor dem Fenster oder am Balkon der Liebsten in dieser Nacht auch ein kleiner Maibaum – am Besten Birke – aufgestellt oder zumindest eindeutig platziert. Und jedes Mädel war darüber sehr erfreut, oder auch nicht…

Zu guter Letzt

Wußtest Du, daß es auch ein Kraut mit dem Namen Walpurgiskraut gibt. Allgemein wird es heute als Hexenkraut bezeichnet. Der lateinische Name Circaea lutetiana weißt auf die magische Natur hin, den es ist ein Hinweis auf die Zauberin Circe. Das Kraut blüht im Mai bis Juli und verwendet werden nur die Blüten. Die Volksmedizin nutzt das Hexenkraut nicht, denn die Geheimnisse des Hexenkrautes liegen in der tiefgreifenden Wirkung auf die menschliche Seele. Die kleinen Schalenblüten, die locker am aufrechten, behaarten Stängel angeordnet sind, versprechen Einblicke in die verborgenen Aspekte des Seins. Die Blüten bringen uns in eine andere Welt, die real erlebt werden kann, aber doch zauberisch und magisch ist.

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch:

Genieße den Zauber dieser Nacht!

 

 

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