Ist das Cholesterin wirklich so böse und schädlich wie allgemein angenommen wird? Viele meiner Patienten und auch Freunde sind überzeugt, dass erhöhte Cholesterin-Werte das Herz krank machen werden und sorgt auch für eine Verkalkung der Gefäße – Arteriosklerose. So lautet auch die Beschreibung bei Wikipedia zum Thema Artherosklerose/ Arteriosklerose., dass es die krankhafte Einlagerung von Cholesterinestern und anderen Fetten in die innere Wandschicht arterieller Blutgefäße ist. Wikpedia Link

Cholesterin ist ein Fettmolekül auch als Lipid bezeichnet, das ein wichtiger Bestandteil der Zellwände und als Baustein vieler Hormone eine wichtige Rolle spielt. Auch für unseren Stoffwechsel ist Cholesterin lebenswichtig. Im Vergleich zur Kuhmilch enthält Muttermilch doppelt soviel Cholesterin. Das menschliche Herz eines gesunden Menschen besteht zu einem Zehntel aus purem Cholesterin. Für viele Menschen ist das Cholesterin völlig ungefährlich. Die Leber und der Dünndarm bilden das Cholesterin sogar selbst, genau 3/4 Viertel. Und nur ein Viertel des gesamten Cholesterins wird über die Nahrung aufgenommen.  Das Cholesterin „schwimmt“ im Blut, wird von den Zellen aufgenommen und ist ein wichtiger Bestandteil der Zellwände. Es macht diese flexibel und geschmeidig. Cholesterin wird auch zum Aufbau von Nerven- und Gehirnzellen benötigt. Die Leber produziert aus Cholesterin die Gallensäuren. Die Gallensäure sind wiederum wichtig für unsere Fettverdauung. Die Hormone Testosteron, Progesteron und Östrogen sind Beispiele für Hormone, die das Cholesterin als Grundbaustein benötigen. Selbst an der Herstellung von Vitamin D ist Cholesterin beteiligt. Der größte Teil des Cholesterins lagert in unseren Zellen, während nur ein geringer Teil im Blut schwimmt.

In der Regel werden im Rahmen einer Blutuntersuchung das Gesamt-Cholesterin im Körper bestimmt. Dieser Wert ist aber nur bedingt aussagekräftig. Viel genauere Hinweise erhält man durch die Bestimmung von HDL-Cholesterin und LDL-Cholesterin. Nutzen sie die folgenden Merksätze zur Unterscheidung dieser beiden Werte: HDL steht für „Hab-Dich-Lieb“ und das Motto für  LDL lautet „Lass das lieber“. Cholesterin (auch das LDL-Cholesterin) ist lebensnotwendig und besitzt viele wichtige Aufgaben und Funktionen. Und bereits Paracelsus großes Zitat und Lebensregel gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift. Befindet sich nun mehr Cholesterin im Blut als die Zellen benötigt, besteht die Gefahr, dass ein Teil der Cholesterin-Ladung an den Arterienwänden kleben bleibt. Auf diese Weise könnten Ablagerungen entstehen, die zur Verengung der Arterien führen und letztlich zur Entstehung einer Arteriosklerose beitragen und somit da Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen erhöhen.

Das LDL lagert sich an den Gefäßwänden an und ist daher eher schädlich. Das „gute“ HDL-Cholesterin dagegen wirkt durchblutungsfördernd und gefäßschützend und kann eine Erhöhung der „ungünstigen“ Fette gewissermaßen ausgleichen. Um seine Cholesterin-Werte also zu verbessern, lautet der Ansatz:, das LDL zu verringern und im gleichen Moment das HDL zu vermehren. Ein erhöhter Cholesterinspiegel entsteht nicht nur durch eine ungesunde, fettreiche Kost. Einige Erkrankungen können ebenfalls einen erhöhtes Cholesterin verursachen, beipielsweise die Hypothyreose (Unterfunktion der Schilddrüse), Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus, Übergewicht, Alkoholabhängigkeit und genetische Fettstoffwechselstörungen. Erhöhtes Cholesterin macht sich auch nicht unbedingt durch lautes Rufen bemerkbar, ist somit eher symptomfrei.  Erst bei lang fortgeschrittener Erhöhung der Werte können sich negative Auswirkungen darstellen, dazu gehören beispielsweise Gallensteine, in schlimmeren Fällen Gefäßschäden (Arteriosklerose) und letztendlich auch Herzinfarkt und Schlaganfall. Oft reicht bereits eine Ernährungsumstellung in Kombination mit bewährten Hausmitteln, um erhöhte Cholesterin-Werte nachhaltig zu senken.

Eine langfristige Lösung zur Senkung ist nicht alleine durch die Einnahme von Arzneimitteln zu bewerkstelligen, sondern eine gesunde Lebensführung wird zur Notwendigkeit.

Wann ist Cholesterin nun gefährlich?

Unser körpereigenes Cholesterin wird hauptsächlich in der Leber gebildet und von dort in unseren Blutkreislauf geschleust. Während das „schlechte“ LDL-Cholesterin im Blut zirkuliert, gibt es überschüssiges Cholesterin unentwegt an Organe und Gewebe ab und führt zu Arterienverkalkung. Folge sind Verengungen der Arterien mit Durchblutungsstörungen oder ein Verschluss. Passiert das an den Arterien des Herzens oder des Gehirns, kann die reduzierte Sauerstoffversorgung zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Das „gute“ HDL-Cholesterin bindet hingegen überschüssiges Cholesterin  und bringt es zurück zur Leber, wirkt also den Ablagerungen an den Gefäßwänden entgegen. Liegt der Wert des Gesamtcholesterins über 240 mg/dl wird der LDL- und der HDL-Wert gesondert bestimmt, um das Arteriosklerose-Risiko einschätzen zu können. LDL -Spiegel ab 160 mg/dl werden als erhöht und Werte über 190 mg/dl als deutlich erhöht bezeichnet. HDL-Werte-gelten als zu niedrig, wenn sie unter 40 mg/dl liegen.

Schulmedizin

Generell kann man sagen: Bei einem ansonsten gesunden Menschen ist auch bei erhöhten Cholesterin-Werten fast nie eine medikamentöse Behandlung notwendig. Eine gesunde Lebensweise kann helfen, das Cholesterin bis etwa zu 20 Prozent zu senken.

 Existiert bereits eine Gefäßkrankheit und es bestehen weitere Risikofaktoren – wie z.B. Übergewicht, Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck oder familiäre Belastung -, dann gilt die alleinige Senkung der Cholesterin-Werte durch eine gesunde Lebensführung nicht. Liegen mehrere  Risikofaktoren vor oder ist eine Umstellung von Ernährung und Lebensstil nicht ausreichend, können erhöhte Fettwerte mit unterschiedlichen Medikamenten behandelt werden. Berühntester Vertreter dieser Cholesterin-Senker sind u.a. die Statine und stellen oft die erste Wahl zu medikamentösen Behandlung dar. Die Wirkstoffgruppe der Statine wirkt hemmend auf die Cholesterin-Bildung in der Leber.  Jedoch haben diese Medikamente auch Nebenwirkungen – sie können, vor allem auch in Wechselwirkung mit anderen Arzneien, u.a. die Muskeln schädigen. Aus diesem Grund ist es wichtig, während einer Therapie mit Statinen regelmäßig die Muskel- und Leberwerte zu bestimmen, um mögliche Schädigungen rechtzeitig zu erkennen. Führt die Gabe von Statinen alleine nicht zum gewünschten Erfolg, wird meist zusätzlich der Wirkstoff Ezetimib gegeben, der die Aufnahme von Cholesterin aus dem Darm hemmt. Um nicht den Rahmen dieses Blogs zu sprengen, verzichte darauf die Auswirkungen des Wirkstoffs Ezetimib weiter zu beschreiben. Für den interessierten Leser habe ich aber direkt zu einen Artikel weiter gelinkt: Link zu „Wie gefährlich ist Ezetimib?“ – Deutsche ApothekerZeitung

Fasst man die Ergebnisse großer Studien zusammen, so kann man folgende Aussage treffen: Die Statine wirken zwar – aber die Behandlung besitzt leider große Nachteile. Damit ein Patient von der Behandlung mit Statinen profitiert (zum Beispiel ein Herzinfarkt verhindert wird), müssen 500-1000 Patienten diese Therapie ohne sichtlichen Nutzen durchführen lassen und dabei teils schwere Nebenwirkungen und Risiken in Kauf nehmen, wie u.a. Muskelschwäche- und -schmerzen, Leberprobleme, Nierenversagen und G<rauer Star sowie auch Diabetes, Polyneuropathien, Demenz und Morbus Parkinson (wie neuere Forschungen zeigen). Kaum eine andere Arznei führt zu so vielen Nebenwirkungen!

Wer keine Vorerkrankung hat und präventiv seinen Cholesterinspiegel senkt, der hat mehr Nachteile als Vorteile dieser Behandlung.

Wie kann ich das Cholesterin natürlich senken?

Eine ganzheitliche, natürliche Senkung des Cholesterins sollte sich auf die Pfeiler Bewegung, Ernährung, Gesättigte & ungesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe und weitere stützen.

Bewegung

Regelmäßige Bewegung gehört zu den wichtigsten Maßnahmen, um einen erhöhten Cholesterinspiegel nachhaltig zu senken. Studien zeigen: Wer sich täglich 30 Minuten aktiv bewegt oder Sport treibt, der kann seinen HDL-Wert um bis zu zehn Prozent steigern, was somit Herz und Gefäße schützt. Bei mangelnder Bewegung hingegen steigen die  LDL-Cholesterin-Werte und damit auch das Gesundheitsrisiko. In einer sechswöchigen Studie konnten Probanden beispielsweise ihren LDL-Cholesterinspiegel von 170 mg/dl auf 125 mg/dl senken, weil sie an fünf Tagen pro Woche täglich 45 Minuten lang ein kombiniertes Ausdauer- und Krafttraining absolvierten. Sie konnten also – ohne Medikamente – ihren Cholesterinspiegel allein mit Bewegung von einem bedenklichen Wert auf fast schon einen wirklich guten Wert senken.

Professor Martin Halle: „Um fünf bis zehn Prozent. Körperliche Aktivität wirkt positiv auf den Fettstoffwechsel, vor allem, wenn sie im Niedrig-Intensitätsbereich durchgeführt wird. Übersetzt heißt das „Laufen ohne zu Schnaufen“.“ Auszug eines Interviews

Ernährung

Um den Cholesterinspiegel nachhaltig zu senken, reicht es nicht, einfach Eier, Butter und fettes Fleisch wegzulassen. Für die Höhe des Cholesterinspiegels im Blut hat die mit der Nahrung zugeführte Cholesterin-Menge im Allgemeinen nur eine geringe Bedeutung. Viel wichtiger sind Art und Zusammensetzung der Nahrung insgesamt sowie auch die Beschaffenheit des individuellen Stoffwechsels. Denn: Wieviel Cholesterin vom Körper aus der Nahrung aufgenommen wird, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Gesättigte & ungesättigte Fettsäuren

Gesättigte Fettsäuren erhöhen das LDL; das heißt, um Cholesterin zu senken, sollten diese Fette besser reduziert werden. Sie sind enthalten in tierischen Produkten wie Fleisch (vor allem in fetten Sorten), Sahne, Butter, Käse, Milchprodukten (insbesondere Vollmilchprodukten), Eigelb, Schmalz, Wurst, aber auch in Palmfett. Um das erhöhte Cholesterin zu senken, sind die ungesättigten Fettsäuren vorzuziehen. Diese erhöhen das HDL und senken das LDL. Ungesättigte Fettsäuren sind unter anderem enthalten in Olivenöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl, Traubenkernöl, Avocados, Haselnüssen, Sonnenblumenkernen und Seefisch.

Hafer-Ballaststoffe

Hafer enthält hohe Anteile der so genannten Beta-Glutane. Das sind lösliche Ballaststoffe, die das Immunsystem stärken, Entzündungen hemmen und den Cholesterinspiegel senken. Schon drei Gramm Beta-Glutane täglich können das Gesamtcholesterin und das LDL-Cholesterin um 5-10 Prozent reduzieren.

Flohsamenschalen

Studien belegen, dass Flohsamenschalen zur unterstützenden Behandlung bei erhöhten Cholesterin-Werten geeignet sind. Dabei kann eine Dosierung von drei bis 20 Grammtäglich zu einer deutlichen Senkung ds LDL-Cholesterinspiegels führen. Die Behandlungsdauer lag bei mindestens zwei Wochen. Link zum VerbraucherFenster Hessen zu Flohsamenschalen

Tomaten (Lycopin)

Tomaten enthalten Lycopin, ein Carotinoid, welches u.a. für die typische Rotfärbung der Tomaten – aber auch vieler anderer Früchte udn Gemüsen – verantwortlich ist. Frische Tomaten enthalten knapp sechs Milligramm Lycopin je 100 gramm. Die günstige Wirkung von Lycopin auf den Cholesterinspiegel und den Blutdruck wurde in vielen Studien bestätigt. Das Carotinoid verhindert die Ablagerung von Blutfett, Gerinnseln, Bindegewebe und Kalk in den Gefäßen. Im Durchschnitt aller Untersuchungen wurde der Gesamt-Cholesterinspiegel um 7,55 mg/dl gesenkt. Voraussetzung war, dass ein mindestens zweiwöchiger Einnahmezeitraum gegeben war und die Tagesdosis nicht unter 25 Milligramm Lycopin lag. Aus der Dose und Konserve sind Tomaten sogar noch besser für den Cholesterinspiegel: Dosentomaten können es hier schon auf gut 10 Milligramm bringen und Tomatenmark liegt mit Konzentrationen von über 60 Milligramm auf 100 Gramm noch deutlich darüber. Außerdem wird die Bioverfügbarkeit von Lycopin durch Erhitzen und Verarbeiten deutlich verbessert.

Nüsse, Avocados

Walnüsse haben einen positiven Effekt auf den Fettstoffwechsel. Eine Studie zeigt: 43 Gramm der Baumnuss pro Tag verbessert den Fettstoffwechsel und senkt das LDL-Cholesterin um rund fünf Prozent. Auch Mandeln können die Cholesterinwerte um drei bis 19 Prozent absenken, so die Ergebnisse verschiedener Studien. Ähnlich wie Nüsse haben auch Avocados einen hohen Anteil an Fettsäuren. Fast 25 Prozent kann dieser ausmachen. Dabei handelt es sich allerdings fast ausschließlich um ungesättigte Fettsäuren, die sich positiv auf das Gesamt-Cholesterinspiegel sowie insbesondere die LDL-Werte auswirken. Eine Studie zeigt, dass der fünfwöchige Verzehr vin täglich etwa 140 Gramm Avocado den LDL-Wert durchschnittlich um stattliche 13,5 mg/dl absenken kann.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat Empfehlungen für eine Ernährung zur Cholesterin-Senkung herausgegeben. Link

Exkurs: Was ist mit dem Frühstücksei?

Eidotter ist randvoll mit Cholesterin (rund 250 Milligramm). Aber! Wissenschaftliche Studien zeigen, dass im Hühnerei noch dazu Lecithin steckt, das den Abtransport des schlechten LDL-Cholesterins aus dem Blutkreislauf fördert. Gegen das sonntägliche Frühstücksei ist somit nichts einzuwenden. Letztendlich geht es vielmehr darum, die gesamte Ernährungsweise zu überdenken und sich für eine allgemein gesunde Küche – zum Beispiel nach Hildegard von Bingen – zu entscheiden.

Heilpflanzen

Kurkuma: Der Wirkstoff Curcumin im Kurkuma (anderer Name: Gelbwurz) kann zu einer Verbesserung der Blutfettwerte beitragen. Unter der Einnahme von täglich 500 Milligramm Curcumin über sieben Tage konnte eine deutliche Abnahme des Cholesterin. und Triglycerid-Spiegels beobachtet werden. Die Ergebnisse weiterer Studien belegen, dass die Einnahme von Curcumin zu einer Reduktion des LDL-Cholesterins und der Triglyceride sowie zu einer Zunahme des HDl-Cholesterins führt.

Mariendistel: Studien zur Mariendistel – die klassische Pflanze für die Leber – zeigen insgesamt einen ausgeprägten Effekt auf den Cholesterin- und LDL-Spiegel, die deutlich mit den pflanzlichen Wirkstoffen gesenkt werden konnten, ohne Nebenwirkungen.

Artischocke: Eine Übersichtsarbeit hat gezeigt, dass auch Artischocken-Extrakt den Cholesterinspiegel um 4,2 bis 18,5 Prozent absenken kann. Er wirkt antioxidativ, verbessert die Fettverdauung und verhindert, dass der Körper selbst zu viel Cholesterin produziert.

Um eine gewünschte Wirkung zu erzielen, müssen die pflanzlichen Substanzen über einen längeren konsequent und hochdosiert eingenommen werden. Besprechen Sie eine Einnahme mit ihrem Arzt oder Therapeuten.

Weitere Maßnahmen

Zucker erhöht das LDL-Cholesterin und senkt den HDL-Spiegel, EIn erhöhter Insulinspiegel beschleunigt zwar den Fettstoffwechsel, führt letztendlich aber auch zu einer erhöhten Fetteinlagerung im Gewebe. Diese Erkenntnis ist eine Erklärung dafür, warum manche Menschen Ei und Butter von ihrem Speiseplan streichen und daran verzweifeln, warum die Cholesterinwerte nicht sinken.. Vielmehr ist es die heute übliche extrem kohlenhydratlastige Ernährung aus Brot- und Backwaren, Pasta, Süßigkeiten und zuckerhaltigen Getränken, die den Cholesterinwert in die Höhe treibt.

Entspannung: Das Stresshormon Kortison sorgt für einen verstärkten Fetttransport zur Leber und zu einer gesteigerten Freisetzung von Fettsäuren, die den Blutfettspiegel erhöhen. Dauerhafter Stress kann sich negativ auf den Cholesterinspiegel auswirken. Daher sollte auf ausreichende Ruhe / Entspannungsphasen geachtet werden.

Fazit

Wenn Sie sich ausreichend sportlich betätigen, nicht rauchen, wenig Alkohol trinken, Ihre Fettversorgung auf etwa 70 gramm pro Tag reduzieren und viel pflanzliche Frischkost und Fasterstoffe zu sich nehmen, brauchen Sie sich nicht um Ihre Cholesterinwerte zu sorgen. Unter dieser Voraussetzung ist auch bei leicht bis mäßig erhöhten Werten keine medikamentöse Behandlung erforderlich. Eine gesunde Lebensführung ist die beste Voraussetzung für gesunde Gefäße. Erforderlich sind Medikamente, wenn weitere Risikofaktoren für das herz-Kreislaufsystem hinzukommen. Auch wenn Sie bereits Medikamente gegen einen erhöhten Cholesterinspiegel nehmen, können Sie die vorgestellten Maßnahmen in Ihren Tagesablauf integrieren und auf diese Weise die medizinische Behandlung auf natürliche Weise unterstützen. Bitte setzten Sie auf keinen Fall verordnete Medikamente eigenmächtig ab! Sprechen Sie mit ihrem Arzt oder Therapeuten!

Der Aderlass nach Hildegard von Bingen und das Cholesterin

1910 erbrachte Adolf Windaus den Nachweis, dass die Fetteinlagerungen in den Blutgefäßen hauptsächlich aus Cholesterin und dessen Estern besteht. Diese farblose, wachsartige Substanz wurde von Michel-Eugene Chevreul (1812) auf den griechischen Namen „Chole“ = Galle und „stear“ = Talg getauft. Genau dieser „Gallentalg“ entsteht nach Hildegard von Bingen durch eine unterlassene Blutreinigung. Sie schreibt:

„Wer aber viel Blut hat und völlig gefüllte Gefäße und sein Blut nicht durch Aderlaß oder Schröpfen reinigt, dessen Blut wird etwas wachsig und unkräftig werden, und so verfällt der Mensch in Krankheit.“ (H.S. 191)

Dieses Zitat von Hildegard klingt wie die Antwort auf die Streitfragen der Experten von heute: Wie entsteht der zu hohe Cholesterinspiegel? Und für welche Mensch ist dies gefährlich? Eine anlagebedingte Disposition trifft nur bei Blutfülle zu (-wer viel Blut hat -).  Bei dem Fülletyp – etwa 20 % der Bevölkerung – kommt es zu einer erhöhten Aufnahme des Cholesterin im Darm. Die logische Konsequenz ist, dass sich damit die Cholesterinwerte im Blut erhöhen. Andere Menschen hingegen können hohe Cholesterin-Mengen zu sich nehmen, ohne daß „etwas passiert“, während die Blutfülle-Typen schon auf kleine Mengen empfindlich reagieren. Aus dieser Sicht wird eine allgemeingültige Festlegung der Cholesterin-Obergrenze problematisch.

Hildegard gibt mit diesen Hinweis eine typologische Empfehlung für die Cholesterin-Werte. Nicht jeder Mensch verträgt das gleiche Maß an Cholesterin. Nicht der Verzehr von Cholesterin als unentbehrlichen Baustein des Lebens lässt uns erkranken sondern die fehlende notwendige Blutreinigung – eben den Aderlass.  Wenn man also einen hohen Cholesterinspiegel hat, so stellt  dies  keine Krankheit, sondern die Folge eines (hygienisch) vernachlässigten Blutes. dar.  Und „dessen Blut wird wachsig.“

Wer regelmäßig zur Ader läßt braucht die HDL-Werte oder LDL-Werte sowie die Triglycerid-Werte etc. weniger zu fürchten. Sie werden sich im normalen Rahmen befinden. Nichts gegen eine Mäßigung im Essen und Trinken! Dennoch halten Experten eine Absenkung des Cholesterinspiegels unter den Normalbereich für riskant (Prof. Dr. Holtmeiser in BILD DER WISSENSCHAFT nr. 6 1989). Eine zu strenge Abstinenz ist jedoch kein Garant für die Gesundheit. Machen Sie bewusst, dass man in den 20er Jahren Cholesterin intravenös spritze und dadurch eine Abdichtung gegen Toxine von Infektionskrankheiten erreichte.

Manch einer  schwört sicherlich auf die Wirkung von Knoblauch, der andere auf das regelmäßige Saunieren  oder das tägliche Jogging.  Der Aderlass nach Hildegard von Bingen kann dieser Aufzählung als eine weitere Möglichkeit hinzugefügrt werden. Für Helmut Posch  stellt der Aderlass HvB einen sicheren Weg zur Gesundheit dar, unter Beachtung eines gewissen Masses: „Wer diesen Weg geht, darf mit ruhigem Gewissen bei seiner (vernünftigen) Hausmannskost bleiben.“ (Helmut Posch, Die kleine Aderlaß-Fibel S. 17)

Ein Großteil meines Blogs heute bezieht sich auf einen Artikel aus der Kompass Komplementärmedizin 117 erschienen in Natur und Medizin e.V. März 2019. Natur und Medizin e.V. fordert, dass Naturheilkunde und Homöopathie in der Wissenschaft stärker beachtet werden müssen. Es darf nicht sein, dass Therapieverfahren, die von mehr als 70 Prozent der Menschen gewollt werden, die Universitäten mehr als kalt lassen. Komplementäre Medizin muss besser durch die gesetzliche Krankenversicherung erstattet werden. Denn sie kommt jeden Patienten und dem Gesundheitssystem zugute. Weitere Infos z.B. zur Mitgliedschaft finden Sie auf deren Webseite.

1 Kommentar zu „Gut zu wissen: Cholesterin“

  1. Vielen Dank für deinen Beitrag
    Wusste gar nicht, dass Cholesterin ein so elementarer Baustein ist für den Körper.
    Lese überall das es nur schlecht ist und etc.
    Mach weiter so!

    Freundliche Grüsse

    Manuel

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