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Hast Du Hashi? Hashimoto – Erkrankung des Immunsystems

In letzter Zeit habe ich den Eindruck, dass ich immer mehr Leute mit Schilddrüsenerkrankung treffe oder im Gespräch zwischen zwei Betroffen die Frage „Hast Du Haschi?“ am Rande mithören kann. Beim Fliegenden Personal gibt es sogar eine Facebook Gruppe mit dem netten Namen „Flying Hashis“. Hashi ist hier eine Abwandlung oder Kurzform des Namens der Erkrankung Hashimoto-Thyreoiditis oder oft auch nur Hashimoto. Benannt ist die Erkrankung nach dem Japanischen Arzt Hakaru Hashimoto, der diese bereits 1912 beschrieb.

Was ist Hashimoto oder Hashimoto-Thyreoiditis?

Was ist Hashimoto nun eigentlich? Bei Hashimoto handelt es sich um eine Entzündung der Schilddrüse. Darauf weist bereits die Endung -itis hin. Hashimoto wird zu den Autoimmunerkrankung des Körpers gezählt. Das Immunsystem hat die Aufgabe fremde Organismen wie Bakterien, Viren und Parasiten abzuwehren, da diese gefährliche Infektionen oder Gewebsschäden hervorrufen können.

Autoimmun bedeutet, dass das körpereigene Immunsystem nun körpereigenes Gewebe nicht mehr von fremdem Proteinen unterscheiden kann. Diese Fehlsteuerung des Immunsystems produziert Abwehrkörper und die greifen bei der Hashimoto-Thyreoiditis das Schilddrüsengewebe an und verursachen eine teilweise oder vollständige Zerstörung. Die Folge ist meist eine Hypothyreose.

Wen trifft es?

Meistens trifft die chronische Form Frauen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr und diese Erkrankung wird nicht immer sofort erkannt, da die Symptome sehr unterschiedlich ausfallen können und die Betroffenen oft beschwerdefrei sind. Die Erkrankung ist in dem Fall so unauffällig, dass sie kaum wahrgenommen wird und die Erkrankung nicht mit einem Standardmuster an Schwierigkeiten in Erscheinung tritt. 

Anfänglich äußert sich Hashimoto bei Einigen durch Symptome einer milden Schilddrüsenüberfunktion, die sich im Laufe der Zeit zu einer chronischen Unterfunktion entwickeln kann. Ein Anzeichen kann die langsame Gewichtszunahme sein, die dann dem Älter werden zugeschrieben wird. 

Überfunktion der Schilddrüse

 Wollen wir uns zunächst die Anzeichen der Überfunktion der Schilddrüse anschauen. Die Phase wird fachlich als „Hashitoxikose“ bezeichnet. Die meisten Symptome sind sogenannte Allgemeinsymptome wie Nervosität, Schlaflosigkeit und die Neigung zum Schwitzen. Viele Symptome schleichen sich langsam ein, ohne dass an eine Krankheit gedacht wird. 

Welche Beschwerden können auftreten?

  • Herzklopfen, Herzjagen

  • hoher Blutdruck 

  • Nervosität, Reizbarkeit, Rastlosigkeit

  • Muskelschwäche, Muskelschmerzen

  • Zittern der Hände

  • Schlafstörungen

  • Schwitzen, feuchtwarme Haut

  • Heißhunger und Durst

  • Gewichtsverlust trotz gutem Appetit

  • weicher Stuhlgang

  • bei Frauen: Störungen im Menstruationszyklus (unregelmäßige oder verstärkte Blutungen, Ausbleiben der Regelblutung)

Ein Arzt oder Therapeut wird oft erst aufgesucht, wenn die Schlaflosigkeit noch von Herzrasen, starkem Schwitzen oder ähnlichem begleitet wird. Auffälligkeit innerhalb der Periode werden oft nicht erfasst, da viele Frauen heutzutage Ihre Menstruation nicht mehr in schulbuchmäßiger Erscheinung erleben. Der Partner erlebt die erhöhte Schilddrüse meist nur durch stärkere Gereiztheit der Partnerin und schiebt es auf die  allgemeinen Stimmungsschwankungen der Frau. In einigen Fällen werden auch muskelkaterartige Schmerzen in den Beinen oder im Schultergürtel beschrieben, begleitet oft durch eine Muskelschwäche. Gerade im Bereich der Rückenmuskulatur kann es zu schmerzhaften Verhärtungen kommen.

 

Nach der Boom folgt die Rezession

Nach dem Boom – der Überfunktion – folgt die Rezession nämlich die allmählich stärker werdende Unterfunktion. Beachte dabei, dass die Hashimoto-Thyreoiditis nicht immer unbedingt mit einer Überfunktion beginnen muss. 

Die Unterfunktionssymptomatik äußert sich oft in Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. Das Gewicht nimmt stetig zu, obwohl auf die Ernährung geachtet wird und oftmals eine Diät begonnen. Menschen mit Schilddrüsen-Unterfunktion frieren leichter und bei einem erniedrigten Stoffwechselumsatz wird Kälte nur schlecht toleriert. Ein Karpaltunnelsyndrom – das nächtliche Kribbeln und wiederholte Einschlafen der Finger – sollte abgeklärt werden, ob sich hier eine Unterfunktion versteckt.

Die Liste der Symptome einer Unterfunktion ist lang:

  • Müdigkeit, allgemeine körperliche Erschöpfung, fehlende Belastbarkeit

  • Konzentrationsschwäche, Gedächtnisschwäche, Wortfindungsstörungen

  • hoher Blutdruck mit Puls unter 70

  • Herzstolpern, Herzrasen

  • Depressive Stimmung, Angst- und Panikattacken, Gereiztheit, selten Suizidgedanken

  • trockene, struppige, stumpfe, und glanzlose Haare

  • Haarausfall

  • teigige trockene Haut, (Myxödem)

  • Verstopfung, Blähungen

  • leichtes Frieren

  • Gewichtszunahme, selten ausgeprägte Gewichtsabnahme

  • Zyklusstörung bei der Frau, unerfüllter Kinderwunsch, Neigung zu Fehlgeburten in der Unterfunktion

  • Abnahme des sexuellen Verlangens

  • nächtliches Kribbeln und Einschlafen von Händen und Unterarmen (Karpaltunnelsyndrom)

  • nachlassendes Hörvermögen

  • apathischer Gesichtsausdruck

  • Wesensveränderungen

  • Ohrgeräusche
  • nächtliches Schwitzen
  • Pigmentflecken im Gesicht, vermehrtes Auftreten von dunklen Flecken am Körper
  • Nackenverspannung, Nackenschmerzen
  • brüchige Fingernägel
  • Lidrandentzündung, Lidödem
  • geschwollene Nasenschleimhaut

Wie immer gilt auch für diese Liste, dass sie nicht eine allgemeine Gültigkeit besitzt. Der Mensch ist in seinen Erscheinungsbild individuell und genauso ist es auch die Erkrankung. 

Wie wird nun ein Hashimoto diagnostiziert?

Im Dunkelfeld zeigt sich eine Auffälligkeit der Schilddrüse bereits recht früh, wenn die Hormonwerte vielleicht noch unauffällig sind oder  mit „alles okay“ bezeichnet werden. Hashimoto selbst wird im Dunkelfeld nicht erkannt. Die Hashimoto-Thyreoiditis wird über veränderte Hormonwerte im Blut nachgewiesen. Neben der Bestimmung von TSH und den Schilddrüsenhormonen T3 und T4 werden Antikörper gegen ein spezielles Schilddrüsenenzym, die thyreoidale Peroxidase (TPO-AK) bestimmt.

Die Behandlung richtet sich nach der Stoffwechsellage der Schilddrüse und besteht in der Gabe von Thyreostatika bei einer Hyperthyreose oder der lebenslangen Substitution von Schilddrüsenhormonen als Hormonersatztherapie bei einer Hypothyreose. Eine Therapie, die auf die Ursache abzielt, steht zur Zeit noch nicht zur Verfügung. Mit ein Grund dafür ist, dass noch nicht eindeutig die Ursachen einer Hashimoto-Thyreoiditis geklärt sind.

Gibt es Risikofaktoren?

Sicherlich gibt es Risikofaktoren, die zu einer Hashimoto-Thyreoiditis oder auch einer anderen Autoimmunerkrankung führen können. Beachten Sie, dass kein Immunsystem hierbei dem anderen gleicht. Jedes Immunsystem hat seine eigenen Erfahrungen im Laufe des Lebens gemacht und daher reagiert jedes Immunsystem sehr individuell auf äußere Reize. Schon aus diesem Grund lässt sich niemals sagen, dass dieser oder jener Reiz die einzige Ursache für Hashimoto ist.

Zu den Risikofaktoren gehört:

  • Stress
  • Leaky Gut
  • Gluten
  • Milchprodukte
  • Infektionskrankheiten
  • Jodmangel oder -überdosis
  • Vitamin-D-Mangel
  • Hormonstörungen
  • Giftbelastung zum Beispiel Amalgam

Apropos Jod

Patienten müssen Jod in hohen Dosen meiden, so auch Jodkombinationspräparate etwa bei Nahrungsergänzungsmitteln, denn Jod kann eine vermehrte Produktion der Autoantikörper auslösen. „Normale“ Jodaufnahme mit der Nahrung oder durch jodiertem Speisesalz gilt als unproblematisch.

Von einer Heilung des Hashimoto mit natürlichen Mitteln ist mir zur Zeit nichts bekannt. Entspannungsübungen, Akupunktur und eine psychologische Verhaltenstherapie können eine Heilung möglicherweise unterstützen. Um die innere Entspannung und Erholung zu fördern, muss jeder Erkrankte seinen persönlichen Weg finden. Da heute eine Vielzahl von Entspannungsmöglichkeiten (zum Beispiel Tai Ji oder Yoga) angeboten wird, sollte sich der Betroffene die für ihn passende Möglichkeit suchen.
Bei zusätzlichen Muskelverspannungen wurden in Einzelfällen gute Erfolge mit der craniosakralen Therapie, einer besonderen kranken-gymnastischen Behandlung, berichtet.
Enzymbehandlungen mit Wobenzym oder Phlogenzym sollen in einigen Fällen Besserungen gebracht haben. Die Sanum-Therapie selbst arbeitet mit verschiedenen Schritten. Diese besteht aus Milieu-Regulierung (zum Beispiel Darmsanierung), Reiztherapie, Immunregulation mittels Regulatoren durch isopatische Mittel und Ausleitung. Gerade bei chronischen Erkrankungen, geschwächtem Immunsystem, Schilddrüsen-Erkrankungen, Pilzbelastungen und Hautkrankheiten zeigt sich dieser Ansatz als sehr sinnvoll. Je nach Krankheitsgeschichte und momentanem Befinden wird ein Therapieplan mit den einzunehmenden Arzneimitteln erstellt. Dies sind klassische Mittel aus der Sanum-Therapie (beispielsweise Mucokehl oder Nigersan) und oft auch Spurenelemente, Vitamine, Mineralstoffe und pflanzliche Wirkstoffe.

Natürlich könnte ich hier noch weitere Ansätze zur Behandlung einer Hashimoto aufzählen. Dazu muss man sich nur die potentiellen Risikofaktoren (Zum Beispiel Stress, Leaky Gut, Infektionskrankheiten) näher anschauen. Jedoch muss der Betroffene überlegen, ob er sich überhaupt naturheilkundlich begleiten lassen möchte oder auf Schulmedizin alleine vertraut.

Ein Tool ist die Selbstbeobachtung

Ein wichtiges Tool für den Hashimoto-Patienten ist unbestritten die Selbstbeobachtung. Niemand kennt seinen Körper so gut wie man oder frau selbst. Führen Sie Tagebuch und lernen Sie Ihren Körper zu beobachten. Eventuelle körperliche Veränderungen können Hinweise für eine unzureichende hormonelle Einstellung sein. In einigen Fällen können sich weitere Autoimmunerkrankungen (zum Beispiel Augenbeteiligung, Marbus Addison oder Diabetes) bemerkbar machen.

Trotz aller Kontrolle sollten Sie nicht ängstlich werden. Dies ist eine schwierige Aufgabe. Nicht durch überängstliche Beobachtung des Körpers die Lebensfreude schwinden zu lassen und trotzdem körperlichen Veränderungen die nötige Beachtung zu schenken, kommt oft einer Gratwanderung gleich, insbesondere wenn gleichzeitig schwer behandelbare Symptome dauerhaft bestehen. Betont werden soll aber in diesem Zusammenhang, dass zahlreiche Erkrankte beschwerdefrei leben können. Die Betreuung durch einen in Hormon- und immunologischen Erkrankungen erfahrenen Spezialisten ist ratsam.

Im Internet finden sich zahlreiche verschiedene Informationsportale und Selbsthilfegruppen. Mit ihrer Erkrankung sind sie selten alleine wenn sie sich umschauen. Andere Betroffene können Sie unterstützen oder auch wertvolle Tipps für Ihre Familie oder Angehörigen geben.

Folgende Links habe ich in meinen Recherchen selbst genutzt:

http://www.hashimotothyreoiditis.de

https://www.kit-online.org/shgs

Hashimoto Info Seite

Hilfe bei Hashimoto 

1 Kommentar zu „Hast Du Hashi? Hashimoto – Erkrankung des Immunsystems“

  1. Seit einiger Zeit fühle ich mich nicht so gut. Ich habe Schlafstörungen und meine Hände zittern und schwitzen plötzlich. Ich muss definitiv meine Schilddrüse untersuchen lassen. Dank für den Beitrag, ich habe einen guten Überblick über Hashimoto bekommen. http://www.nuklearmedizin.at/schilddruese.php

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