Depression

Depressive Störungen sind die häufigsten psychischen Erkrankungen. IN Europ leiden ca. 18,5 Millionen Menschen an einer Major Depression (MD, unipolare schwere Depression), in Deutschland sind es derzeit etwa vier Millionen Menschen. Aus Befragung weiß man, dass 20% der Menschen an einer Depression leiden oder schon einmal davon betroffen waren (Wittchen et al. 2005). Unter den zehn wichtigsten Krankheiten der Industriestaaten belegt laut WHO die Major Depression bezogen auf „Lebensjahre mit Behinderung“ den zweiten Platz nach Rückenschmerzen. Mit anderen Worten:

Depressionen rauben den Menschen mehrere gesunde Lebensjahre und damit auch Lebensfreude und Lebensqualtität als die meisten anderen Krankheiten.

Hier vor allem liegt das Rätselhafte der Schwermut: Wie Leben sich gegen sich selber kehrt; wie die Antriebe der Selbsterhaltung, Selbstachtung, Selbstförderung durch den der Selbstaufhebung so eigentümlich durchkreuzt, unsicher gemacht, entwurzelt werden können. Man möchte sagen, im Wesensbild der Schwermut stehe der Untergang als ein positiver Wert; als etwas Ersehnter, Gewolltes.

(Romano Guardini, Vom Sinn der Schwermut)

Einordnung der Depression

Es gibt ein breites Spektrum an psychischen Störungen, die mit Depression assoziiert werden. Hierzu zählen die folgenden Erkrankungen:

  • Dysthymie
  • Anpassungsstörung
  • Burnout-Syndrom
  • Somatoforme Störungen
  • Neurasthenie, Chronic Fatigue-Syndrom, Fibromyalgie-Syndorm
  • Generalisierte Angststörung, Panikstörung, Phobie

Die einzelnen Erkrankungen können ineinander übergehen, und es können zwei Erkrankungen gleichzeitig vorliegen. Der Gebrauch von Begriffen wie Depression und Burn-out in der Allgemeinsprache führt zusätzlich zu Irritationen und Missverständnissen.

Den hier aufgelisteten Erkrankungen gemeinsam ist eine Störung der affektiven Regulation (Gefühls- und Gemütsbewegung) der person, die entweder zu m ehr psychischen oder mehr körperlichen Symptomen führen. Die Ursachen sind vielfältig, häufig liegt eine multifaktorielle Entstehung vor.

Symptome der Depression

Das typische Erkrankungsalter von Menschen mit Depression liegt zwischen dem 30. und 35. Lebensjahr. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Die Symptome von depressiven Männern und Frauen sind unterschiedlich: Depressive Männer neigen zu Unruhe, Unzufriedenheit, Gereiztheit. Depressive Frauen neigen eher zu Antriebsstörungen, Schlafstörungen, sozialem Rückzug, „Morgentief“ (Parker, Brotchie 2010).

Nach der internationalen Klassifikation der Erkrankungen liegt eine Depression vor (ICD-10:F32), wenn die betroffene Person seit mindestens zwei Wochen unter den folgenden Hauptsymptomen leidet:

  • Gedrückte Verstimmung
  • Verminderung von Antrieb und Aktivität
  • Interesselosigkeit
  • Verminderte Fähigkeit zur Freude

Zusätzlich treten häufig folgende Symptome auf:

  • Ausgepräge Müdigkeit nach jeder kleinen Anstrengung
  • Schlafstörungen: Schlaflosigkeit und Früherwachen oder ausgeprägter Schlaf, Morgentief
  • Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust
  • Libidoverlust
  • Körperliche Symptome wie Schmerzen, Verdauungsbeschwerden
  • Störung von Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Konzentration
  • Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Gefühle von Wertlosigkeit
  • Schuldgefühle
  • Negative und pessimistische Zukunftsgedanken
  • Suizidgedanken oder erfolgte Selbstverletzung oder suizidale Handlungen
Die konventionelle Behandlung

Die konventionelle Behandlung der Depression stützt sich auf zwei Säulen:

-Medikamente

-Psychotherapie

Die Wirksamkeit dieser beiden Behandlungsformen ist in vielen Studien nachgewiesen worden; es besteht ein synergistischer Effekt, d.h. beide Therapieformen zusammen sind effektiver als nur jeweils eine Therapie.

Komplementärmedizinische Therapien

Unter den komplementärmedizinischen Verfahren haben sich zur Behandlung der Depression außer der Homöopathie die Ordnungstherapie und die Pflanzenheilkunde etabliert. Die Ordnungstherapie umfasst die Kunst der rechten Lebensführung. Sie zielt auf eine Ordnung des Tagesablaufes, aber auch auf eine innere, gedankliche Ordnung ab. Mit ihrer Hilfe soll ein Gleichgewicht zwischen Aktivität und Entspannung, Ruhe und Bewegung erreicht werden.

Die Ordnungstherapie ist Bestandteil einer jeden ayurvedischen Intervention. Mit Hilfe von Anwendungen, Massagen, Ernährungsempfehlungen und Kräutern wird hier ein ganzheitlicher Ansatz geboten. Zusammen mit dem Patienten wird hier ein Ansatz geschaffen, der die schulmedizinischen Therapie gut ergänzen kann. Alles in Zusammenarbeit mit dem Patienten und den Therapeuten.