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Massagen des Ayurveda

Inhaltsverzeichnis

Die Faszination der indischen Kunst der Berührung

Alles, was die Harmonie fördert, ist Medizin. Alles, was die Harmonie stört, ist Gift.

Es gibt kaum einen Menschen, der Massagen nicht zu schätzen weiß. Jeder Mensch entspannt sichtbar und der Berührung einer zärtlichen und aufmerksamen Hand. Und Massagen sind nicht nur Entspannung pur, sondern gleichzeitig eine Wohltat für geschundene Muskeln oder verspannte Geister. 

In Asien haben Massagen generell einen hohen Stellenwert und fast an jeder Straßenecke findet sich ein Massage-Parlour oder ein Spa mit einem reichhaltigen Angebot an unterschiedlichen Massagen. Gerne lassen sich die Menschen bei uns Physiotherapie vom Arzt verschreiben oder setzen sich in einen Massagesessel, der an strategischen Positionen im Shopping-Center platziert wurde. Man gönnt sich so einen selten kurzen Augenblick der Entschleunigung. Doch ist es fraglich, ob ein noch so moderner, automatischer Massage-Stuhl die Wirkung einer menschlichen Hand ersetzen kann. Im Ayurveda ist es aber nicht nur die Kunst der Berührung durch den Masseur. Eine besondere Bedeutung kommt den Massage-Ölen hinzu. Sie sind nicht nur ein Mittel, sie sind teilweise die Therapie direkt.

Ayam me hasto Bhagavan

Ayam me bhagavattarah

Ayam me visvabeshajah

Ayam shivabhimarshanah

 

„Meine Hand ist Gott.

Grenzenlos glückselig ist meine Hand.

Diese Hand bewahrt alle heilenden Geheimnisse,

die ganz machen mit ihrer sanften Berührung.“

 

Rigveda

Massagen in Indien

In Indien – genauer: im Ayurveda, haben Massagen einen hohen Stellenwert. 

Ganz im Gegenteil zur westlichen Tradition ist in Indien Massage so etwas wie Nahrung für den Körper. So wie eine Mutter ihr Kind umsorgt, stabilisiert die ayurvedische Massage die Körperenergien und schützt vor dem körperlichen Verfall. Diese alte Kunst der Menschheit wirkt wie ein Tiefenreiniger. Der Ayurveda-Therapeut hat in Indien eine sehr zentrale Stellung inne. Indische Ärzte arbeiten mit den Therapeuten Hand in Hand, bezogen auf ayurvedische Kliniken. Der Therapeut wird dort bei fast jedem Krankheitsbild zu Rate gezogen. Ursprünglich legte der Ayurveda Arzt selbst Hand an und berührte den Patienten selbst. Heutzutage geben die Ärzte dies mehr an ihre Therapeuten ab, doch nicht ohne sich vorher zu besprechen. 

In Singapur wurde ich nach meiner Ayurveda Massage sogar wieder zum Arzt gebracht. Dieser tauschte sich noch einmal kurz mit dem Therapeuten aus. Dann wurden mir Aufgaben und Übungen gegeben, die ich zuhause üben sollte und geeignete Präparate mitgegeben.

Wirkungen der Ayurveda-Massagen

Massagen schon im allgemeinen wirken sich positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden aus. Je nach persönlicher Anpassung können sie entspannend, belebend, aber auch kräftigend sein. Vor der Massage wird die typengerechte Bestimmung durch den Therapeuten gemacht. Erst dann kann später die Harmonie der Bioenergien Vata, Pitta und Kapha erreicht. Die richtige Massage für das jeweilige individuelle Beschwerdebild wird so ausgewählt.

Die Ayurveda-Massage ist individuell und typgerecht, daher gibt es auch nicht DIE Ayurveda Massage. So unterschiedlich die Massagen auch sein können, eines haben sie gemeinsam: sie unterstützen den Organismus, gesund zu werden oder zu bleiben.

Folgenden Wirkungen sagt man Ayurveda Massagen nach:

  • Die Haut wird glatt, geschmeidig und widerstandsfähig
  • das Gewebe wird gestärkt
  • Entspannung der Muskulatur
  • Besserer Schlaf
  • Stress wird abgebaut, erschöpfung vermindert
  • der Lymphfluss kann verbessert werden, die Entgiftung kommt in Gang
  • Agni – das Verdauungsfeuer – wird angeregt
  • Ojas – die Lebensenergie – wird gefördert
  • Entspannung von Körper/ Geist/ Seele
  • Konzentration, Kraft, Ausdauer und Stabilität wird gesteigert
  • Aktivierung und Stärkung der Selbstheilungskräfte und des gesamten Organismus

Die bekanntesten Anwendungen

Die Traditionelle Abhyanga

Sie gilt als „Massage der reinen Liebe“ und wird auch gerne als Königin der Massagen betitelt. Die Hingabe und Geisteshaltung des Therapeuten während der Anwendung spielen hier eine entscheidene Rolle. Reichlich warmes, duftendes Kräuteröl kann so tief in die Haut und Gewebe eindringen. „Duftend“ muss hier aber nicht unbedingt ein angenehmer Geruch sein, denn die klassischen Kräuteröle sind keine Aromatherapie.  Manche Kräuteröle können für unsere verwöhnten Nasen teilweise als stinkend empfunden werden.

Doch diese Kräuter können so ihre nährenden Substanzen zur Wirkung bringen. Der Energiefluss wird aktiviert, Giftstoffe und Schlacken können gelöst und ausgeleitet werden.  Der Ayurveda spricht von „Ama“ und meint damit Giftstoffe, die unsere Energiebahnen – die Srotas – regelrecht verkleben. Die Abhyanga erfährt die gesundheitsfördernde Wirkung gerade, wenn das Ama ausgeleitet werden kann. Deswegen empfiehlt es sich, nach der Massage etwas zu ruhen und reichlich Wasser zu trinken. Ruhe ist generell von zentraler Bedeutung.

Vata ist nicht nur ein Dosha

Ruhe ist generell von zentraler Bedeutung. Lärm, aufregende Unterhaltung und unruhige Gedanken werden als Stressfaktoren gewertet. Der Therapeut spricht hier von Vata, was für den Patienten verwirrend sein kann. Unter Umständen wurde ihm vor der Massage erklärt, dass er ein Kapha Dosha habe. Wenn der Therapeut also von Vata im Stressfall spricht, meint er die krankmachenden Kräfte und Auswirkungen eines störenden Vata.

Völlig irritierend ist es für manchen, dass der Therapeut während der Massage kaum bis gar nicht spricht. Wenn sich das krankmachende Vata während der Massage zu lösen beginnt, möchte mancher sprechen oder Fragen stellen. Doch als Therapeut ist es wichtig, nicht auf das Plaudern einzusteigen. Vielmehr soll gespürt werden, was gerade am und im Körper passiert. Dies kann die Wahrnehmung und Sensorik positiv beeinflussen.

Massage oder Manualtherapie

Viele Therapeuten nutzen den Begriff „Manualtherapie“. Dieser Begriff stammt aus der Chirotherapie und ist folgendermassen definiert:

„Manualtherapie ist die Behandlung mit den Händen. Diese Methode spezialisiert sich auf die Untersuchung und Behandlung von Störungen im Bereich des Bewegungsapparates. Häufig treten starke Schmerzen durch Blockierungen vom Wirbel-Gelenken auf, die meist auf Haltungsschäden zurückzuführen sind. Bei einer Manualtherapie wird eine Verschiebung an den Gelenken der Wirbelsäule vorgenommen. Sie dient der Korrektur von Wirbelfehlstellungen oder der Entlastung eingeklemmter Nerven.“ (Zitat aus der MDR-Sendung: Hauptsache gesund)

Der Begriff „Massage“ ist im Ayurveda weiter zu fassen:

  • Alleine Sesam- oder Kokosöl haben für sich alleine schon therapeutische Wirkungen, ganz zu schwiegen von den klassischen medizinierten Ölen je nach Indikation.
  • Ayurveda Therapien behandelt die Marmapunkte bei strukurellen und vor allem energetischen Blockaden.
  • Basis der Ayurveda Therapie/ Medizin ist die Konstitutionslehre, die Krankheitslehre und sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen.

Fazit

Ayurveda Anwendungen sind meist mehr als eine einfache Wellnessanwendung. Selbst eine einfach durchgeführte Abhyanga hat eine therapeutische Wirkung, selbst wenn es dem Genießenden nicht einmal bewusst ist. Schon alleine die positive Grundeinstellung bewirkt eine Vitalität und Entspannung für Körper und Seele. Der Geist kann zur Ruhe  kommen. Welche Wohltat für unsere gestressten Nebennieren!

Lust auf eine Massage bekommen?

Ayurveda Massagen führe ich im Elemental Yoga Studio Offenbach durch. Die Räumlichkeiten sorgen für eine angenehme und persönliche Atmosphäre. Ein wichtiger Beitrag für den Erfolg der Massage.