Mikronährstoffe für den Körper

Wer heutezutage in den Supermarkt geht, findet dort nicht nur Lebensmittel oder Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens. Nahrungsergänzungsmittel, Superfoods und mehr haben dort längst ihren Einzug in den Regalen gefunden. Die Drogerien bieten eigene Linien an und Kunden kaufen diese gerne und regelmäßig ein. Gerade die Multivitamin-Brausetablette oder die Magnesiumbrausetabletten haben für viele Menschen Einzug in das Frühstück gehalten. Viele trinken nun ihre Multivitamin-Brauseocktails morgens während noch der Kaffee durch die Maschine läuft. Doch wenn man sich die Gläser hinterher anschaut, findet man oft noch Rückstände oder die Tablette hat sich eher schlecht als recht aufgelöst. Wie gesund sind diese Nährstoffe oder ähnliches für unseren Körper?

Umgangssprachlich werden diese Produkte auf dem Markt als Nahrungsergänzungmittel, kurz NEM, feil geboten und die Socialmedias überschlagen sich mit unglaublichen Präparaten. Freunde empfehlen Produkte von denen sie selbst sehr überzeugt sind und nötigen schon fast, diesem Beispiel zu folgen.

Innerhalb eines Anamnese- oder Beratungsgesprächs werden diese Produkte eher nicht genannt oder einfach weggeschwiegen. Man hat ja nur ein Nahrungsergänzungsmittel eingenommen und deswegen ist es ja kein Medikament. Oft vergessen wir aber gezielt nach diesen Produkten zu fragen oder zu überprüfen.

Zunächst bleibt die Frage, was NEMs überhaupt sind

Zunächst bleibt für uns die Frage, was unterscheidet ein NEM von einem Arzneimittel oder wie kann man die Grenze festlegen. Die Wikipedia-Definition von Nahrunsgergänzungsmitteln lautet: Nahrungsergänzungmittel sind Produkte zur erhöhten Versorgung des menschlichen Stoffwechsel mit bestimmten Nähr- oder Wirkstoffen im Grenzbereich zwischen Lebensmittel und Arzneimittel.

Rechtlich hat die EU hat die Nahrungsmittel schon durch die Richtlinie 2002/46/EG geregelt. Aufgrund dieser Richtlinie hat Deutschland die Nahrungsergänzungmittelverordernung erlassen. Durch diese Verordnung ist ein Nahrungsergänzungmittel ein Lebensmittel, das dazu bestimmt ist

1.) die allgemeine Ernährung zu ergänzen,

2.) ein Konzentrat von Nährstoffen oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung allein oder in Zusammensetzung darstellt und

3.) in dosierter Form, insbesondere in Form von Kapseln, Pastillen, Tabletten, Pillen, Brausetabletten und anderen ähnlichen Darreichungsformen, Pulverbeutel, Flüssigampullen, Flaschen mit Tropfeinsätzen und ähnlichen Darreichungsformen von Flüssigkeiten und Pulvern zur Aufnahme in abgemessenen kleinen Mengen in den Verkehr gebracht wird.“

Als Lebensmittel fallen sie in Deutschland damit automatisch in die Regelungen des Lebensmittel- und Futtergesetzbuches (LFGB). Werbeaussagen und -versprechen sind ebenso rechtlich durch eine Verordnung reguliert. Krankheitsbezogene Aussagen und Indikationen, wie für Lebensmittel, sind nicht zulässig. Dies ist besonders zu beachten, mit Nahrungsergänzungsmitteln, die außerhalb Deutschlands produziert sind. Auch kann sich Zweckbestimmung und Zusammenstzung massiv verändern. Gerade in den USA sind viele Nahrungsergänzungsmittel erhältlich, die nach deutschem Recht zu Arzneimitteln zählen. So suchen Zollbeamte immer wieder gerne nach diesen Produkten im Gepäck einzelner Reisender.

Industrielänger im Überfluss

Wir in Deutschland leben in einem Industrieland und schwelgen somit im Überfluss. Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht in der Presse, im Radio oder Fernsehen über „gesunde Ernährung“ aufgeklärt und mit immer neuen Erkenntnissen und Ernährungstipps konfroniert werden. Da wurde uns gerade eben noch empfohlen, möglichst viele Kohlenhydrate zu verzehren, und plötzlich sollen wir die lieb gewonnen Kartoffeln gegen „gutes Eiweiß“ austauschen.

Eine gängige Meinung lautet in Bezug auf die Vitamin- und Mineralstoffversorgung:

Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse deckt den täglichen Vitamin- und Mineralstoffbedarf ab. Ist dies die Wahrheit?

Ergebnisse der Nationalen Verzehrstudie II (NVS II), einer bundesweiten Befragung von knapp 20.00 Jugendlichen und Erwachsenen, die im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Stand Januar 2008):
– In Deutschland sind 86% der Frauen und 79% der Männer nicht ausreichend mit Folsäure versorgt,
91% der Frauen und 82% der Männer sind nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt,
– 20-50% der deutschen Bevölkerung zwischen 14 und 80 Jahren sind unzureichend mit Vitamin B11, Vitamin B2, Vitamin B12, Vitamin C und Vitamin versorgt.
– 26% der Männer und 29% der Frauen schaffen es nicht, täglich 300-400 mg Magnesium aufzunehmen.
– 46% der Männer und 55% der Frauen erreichen die tägliche Zufuhrempfehlung von 1000 bis 1200 mg/ pro Tag Calcium nicht,
– 14% der Männer und 58 % der Frauen erreichen die tägliche Zufuhrempfehlung für Eisen (10 – 15 mg/ Tag) nicht,
– 28% der Männer und 58% der Frauen essen jodarm – die empfohlene Tagesdosis liebt hier bei 200 µg pro Tag,
– 32% der Männer und 21% der Frauen erreichen die tägliche Zufuhrempfehlung für Zink (19 mg pro Tag) nicht.

Diese Ergebnisse zur Vitaminversorgung sind erschreckend.

Mikronährstoffe für unseren Körper

Die Gesetze der Biochemie haben Gültigkeit für alle in unserem Körper vorkommenden Stoffwechselreaktionen. Diese Reaktionen benötigen Enzyme, sogenannte Stoffwechselkatalysatoren. Enzyme sind an fast jeder biochemischen Reaktion beteiligt und halten einen effizienten und geordneten Stoffwechsel aufrecht. Damit die meisten Enzyme ihre Stoffwechselarbeit erfüllen können, sind Mikronährstoffe und Vitamine für unseren Körper nötig.

Mikronährstoffe sind nicht nur für den Enzymstoffwechsel wichtig, sondern auch an vielen Schaltstellen im Energie-, Hormon- sowie Immunstoffwechsel. Beispielsweise gehören dazu:

  • Die Abwehrleistung des Immunsystems
  • Die Aktivierung von Hormonen
  • Die Energieproduktion der Mitochondrien
  • Die Impulsübertragung in die und der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen.

Je besser die Versorgungslage unseres Körpers mit Vitaminen und Mineralstoffen ist, desto harmonischer und leistungsfähiger läuft der Stoffwechsel.

Bereits ein leichter Mikronährstoffmangel kann die zelluläre Energieproduktion verringern und die Schlagkraft des Immunsystems schwächen, was gerade in der kalten Jahreszeit verheerende Folgen nach sich ziehen kann.

Was sind die wichtigen Mikronährstoffe?

Lebenswichtig sind folgende Mikronährstoffe für unseren Körper:

  • Vitamine (z.B. das Sonnenvitamin D, Vitamin B12, Vitamin C etc)
  • vitaminähnliche Substanzen, die Vitaminoide (z.B. L-Carnithin, Coenzym Q10 etc)
  • Mineralstoffe (z.B. Magnesium, Calcium, Natrium) und Spurenelemente (z.B. Zink, Selen, Eisen etc)
  • Aminosäuren (z.B. L-Arginin, L-Lysin, L-Tryptophan)
  • essenzielle langkettige mehrfach ungesättigte Fettsäuren (z.B. Eicosapentaensäure, Docosahexaensäure und Gamma-Linolensäure).

Essenziell bedeutet, dass sie für den menschlichen Körper lebensnotwendig sind und sie nicht selber herstellen kann. Sie müssen aus der Nahrung aufgenommen werden. Lediglich Vitamin D, das kein klassisches Vitamin  darstellt, wird mit Hilfe von Sonnenlicht im Körper produziert. Eine weitere Ausnahme ist Vitamin K, das auch von Bakterien im menschlichen Darm gebildet wird.

Weiterhin gibt es Faktoren, die den Mikronährstoffbedarf erhöhen. Dazu gehören:

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Wachstum und Entwicklung
  • Ernährung (z.B. einseitige Ernährungsgewohnheiten, Diäten)
  • Chronische und akute Krankheiten (z.B. Diabetes Mellitus Typ 2, Bluthochdruck, Krebs, Magen-Darm-ErkrankungenI
  • Medikationen (z.B. Antidiabetika, Diuretika, Protonenpumpenhemmer, Statine)
  • Genussgifte (z.B. Alkohol, Tabak)
  • Umweltgifte (z.B. Schwermetalle, Pestizide)
Der Faktor Arzneimittel

Der Faktor Arzneimittel wird hier oftmals vernachlässigt. Durchschnittlich zwei bis drei verschiedene Arzneimittel täglich nehmen Personen ab dem 65 Jahren regelmäßig ein, bei über 80-Jährigen sind es oftmals vier bis sechs. Mit der Einnahme steigt auch der Bedarf an Mikronährstoffen. Mikronährstoffe und Arzneimittel benutzen in unserem Körper bei der Aufnahme, Verstoffwechslung und Ausscheidung die gleichen Transport- und Stoffwechselwege. Teilweise findet hier eine regelrechte Konkurrenz um die Vehikel, Enzyme und Rezeptoren statt. Gerade die Langzeiteinnahme eines oder mehrerer Arzneimittel birgt das Risiko für Wechselwirkungen mit dem Mikronährstoffhaushalt. Dadurch kann die Wirkung eines Arzneimittels als auch die physiologische Funktion eines Vitamins oder Mineralstoffs gestört werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich hier von einem Apotheker oder Therapeuten beraten zu lassen.

Angebot von Vitaminpräparaten unübersichtlich

Das Angebot an Vitaminenpräparaten ist immens und oftmals unübersichtlich. Wie oben bei den Nahrungsergänzungsmitteln erwähnt, kommen zunehmend Präparate unkontrolliert mit übertreibenen Heilversprechen via Internet, Drogerien, Tankstellen, Versandhäusern oder auf Kaffeefahrten auf den deutschen Markt. Was die individuellen Bedürfnisse des Verbrauchers sind und was auch sinnvoll ist, wird bei diesen Angeboten häufig nicht berücksichtigt. Bei den Verpackungen werden Inhaltsstoffe nur aufgeführt wie es die gesetzlichen Regelungen oder Vorschriften verlangen. Das bedeutet für den Verbraucher, das Inhaltsstoffe häufig nicht oder nur sehr unvollständig angegebenen werden.

Vermeintliche Angebote lassen die Verbraucher zugreifen und nicht immer mit anderen Produkten vergleichen. Das Schnäppchen entpuppt sich dann oft als regelrechte Fehlinvestition. Das Produkt ist einiges teuerer als das hochwertige Vitamin- oder Mineralstoffpräparat aus der Apotheke. Gerade der Begriff „Apothekenpreise“ wird hierbei genutzt, um Verbraucher schneller das Angebot einkaufen zu lassen.

„Qualität hat eben ihren Preis. Parfüm ist ja beispielsweise auch teurer als Eau de Toilette“.

Ist oft ein weiteres Verkaufsargument auf diesen Kaffeefahrten. Apothekenpreis soll hierbei nicht als Begriff für überteuerte Produkte stehen sonder als Hinweis, dass die Apothekenprodukte einen Qualitätsanspruch haben. Sie sind geradezu preiswert, wenn man ihre Bedeutung für Lebensqualität und Wohlbefinden in die Waagschale legt!

Das Wichtigste in Kürze
  • Trotz Lebensmittelüberfluss sind in Deutschland viele Menschen mit Mikronährstoffen unterversorgt
  • Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind für den menschlichen Stoffwechsel unentbehrlich.
  • Gelingt es nicht, die Ernährung so umzustellen, dass ein Patient ausreichend mit  Nährstoffen versorgt wird, können Nahrungsergänzungmittel zum Einsatz kommen.
  • Arzneimittel können den Mikronährstoffhaushalt beeinflussen.
  • Mikronährstoffe sollten individuell an den Patienten ausgesprochen werden.
  • Vermeintliche Angeboten ersetzen eine gute Beratung nicht!
Zu guter Letzt

Für mich persönlich nutze ich das Produkt LaVita, das mich aus verschiedenen Gründen überzeugt hat. Ein Grund ist, dass dieses Nahrungsergänzungmittel als Saftkonzentrat eingenommen wird. Somit hat man weniger das Gefühl eine Pille schlucken zu müssen. Dieser Saft ist durchaus wohlschmeckend.

Gerne berate ich Sie individuell und persönlich. Finden Sie den Weg in meine Ayurveda Naturheilpraxis, kurz AyurNa. Einen Termin können Sie online vereinbaren.

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