Udvartana oder sein Fett ayurvedisch weg zu bekommen

Heute möchte ich Euch über eine besondere ayurvedische Behandlung berichten: Udvartana – die Pulvermassage.

Udvartana kam mir heute morgen ganz spontan in den Sinn als meine Massagebesucherin anschaute. Sie war müde und fühlte sich aufgeschwemmt. Schon als sie den Gang in meine Praxis mache, fiel mir auf wie schwerfällig sie heute ging und jede Bewegung langsam und kraftlos. Sie beklagte sich, daß Ihre Diät nicht klappt und sie wieder zugenommen habe. Und in diesem Fall erinnerte ich mich an Udvartana – die Pulvermassage -. Laut Ayurveda soll Udvartana helfen das Kapha zu reduzieren oder etwas salop formuliert, das Fett weg zu bekommen.

kostenfreies Bild; Quelle: pixabay.com monicore

Ubtan die Urform der Pulvermassage

Udvartana ist eine „Abreibung“ mit feinem Pulver, zum Beispiel Lehm- oder Tonpulver oder mit Kräuterpasten. Ursprünglich diente diese Paste dazu, nach der Ölmassage das überschüssige Öl vom Körper abzuwaschen. Diese Paste wird auf die Haut aufgetragen und kräftig einmassiert. Die angetrockneten Reste werden abgerubbelt. Seife gilt als größter Feind der Haut, da sie den Säureschutzmantel der Haut zerstört. So entstand zunächst eine Einreibung mit Öl und Wasser, dem Ubtan (Paste). Diese Behandlung reinigt, verschönert und verjüngt die Haut. Sie reduziert überschüssiges Vata und Kapha.

Das Rubbeln regt die Hautdurchblutung und die Organfunktion an, öffnet und reingt die Poren tief. Die flüchtigen Anteile der Wirkstoffe und das Öl selbst werden vollständig über die Haut absorbiert. So wird im Ayurveda aufgebaut und die Nerven gestärkt. Der ganze Körper beginnt zu strahlen. Die Körpergewebe erhalten somit eine wichtige Nahrung. Eine Serie von Ubtans vermag die Körperchemie in Harmonie zu bringen. Der Stoffwechsel und das Lymphsystem werden angeregt. Mit speziellen Kräutern angereichert wirkt dieses Peeling – Ubtan – insgesamt kühlend und desodorierend.

Angesichts der besonderen Wirkung der Ubtans war klar, dass die Ayurveda Experten sich die Ubtans genauer anschauten. Und es entwickelte sich eine intensivere Form aus dem Ubtan, nämlich die Udvartana.

Was ist das besondere an Udvartana?

Nicht nur für den Kunden oder Patienten ist diese Behandlung etwas besonderes, sondern auch für den Therapeuten. Die meisten ayurvedischen Behandlungen möchten Vata beruhigen und sind daher in ihrer Ausführung eher sanft und somit auch ruhig. Udvartana wird mit viel Schwung durchgeführt und bietet eine gute Alternative, wenn Ölmassagen nicht als Dauerbehandlungen geeignet sind. Diese Massage lann folglich überall eingesetzt werden, wo Snehana – Ölung – kontraindiziert ist. Die Wirkung soll überschüssiges Fettgewebe reduzieren und erhöhtes Kapha bzw. gestörtes Kapha beruhigen. So habe ich von einer Therapeutin gehört, die im Rahmen einer Kur, ihre Udvartana-Anhänger ihr eigenes Pulver im Mörser vor den Behandlungen zubereiten ließ. Bereits diese Arbeit hat sicherlich eine gute Wirkung auf das gestörte Kapha.

Was sagt die klassische Ayurveda Literatur?

Die ayurvedische Fachliteratur sagt, dass  Udvartana der Körperreinigung dient und der Erhaltung der natürlichen Hautfeuchtigkeit und des Säureschutzmantels. Im Gegensatz zur Ölmassage wird hier kräftig zum Herz hin bzw. gegen den Haarwuchs (pratiloma) massiert. Die Körperkanäle (srotas) und die die Haut selbst werden gereinigt, sanft und glatt. Die Körperglieder werden gefesigt. Diese Anwendung reinigt, verschönert und verjüngt die Haut. Sie erhält dadurch eine prickelnde Frische und wird beruhigt. Sushruta – der berühmte Ayurveda Arzt der Geschichte – emfpiehlt sie zur Verschönerung der weiblichen Form. 🙂

Mit welchem Pulver wird Udvartana gemacht?

Die Pulvermischung wird individiuell auf die Bedürfnisse des Einzelnen zusammengestellt. Natürlich gibt es auch schon vorbereitete Kapha-, Pitta,- Vata– und TriDosha-Mischungen im Handel zu kaufen. Doch viel intensiver und persönlicher wird die Mischung, wenn der Therapeut sie persönlich zusammen stellt. Als Basis wird meistens Kichererbsen- oder Gerstenmehl verwendet. Gerade Gerstenmehl ist schon bei der Ernährung für seine reduzierenden Eigenschaften bekannt. Doch auch andere Pulver finden hier ihren Einsatz: Urdbohne (Phaseolus mungo), Vetiverwurzel (Vetiveria zizanoides), Gelbwurzel (Curcuma aromatica), Seifenbaum (Sapindus trifoliatus), Rosenblätter, Hibiskusblüten und noch viele andere.

Wichtig sind die zusammenziehenden und reinigenden Komponenten, so dass sich Schlackenstoffe durch die Massage lösen können. Je nach Wunsch und Bedarf wird das Pulvergemisch entweder ohne alles, mit Wasser oder mit Öl aufgetragen. Ein besonderes Gefühl ist vor allem, wenn dieses Pulver vor der Anwendung temperiert wurde und dann einen angenehmen Wärmeschauer auf dem Körper auslösen kann.

 

Hast Du Lust es an Dir selbst auszuprobieren?

Hier ein kleines Rezept für den Hausgebrauch. Mische 10 ml Senföl mit 60 g Kichererbsenmehl und 1 TL Curcuma. Für eine glänzende, weiche Haut kannst Du nun auch noch 1 TL Bockshornkleepulver hinzufügen. Vermische nun das ganze Pulver und füge etwas warmes Wasser hinzu bis eine dickflüssige Paste entsteht. Am Besten gehst Du nun mit dieser Mischung in die Badewanne oder Dusche. Verteile diese Mischung auf Deinem Körper zum Beispiel auf Po und Oberschenkel. Und beginne dann mit kräftigen, rubbelnden Bewegungen die Paste auf den Körper zu verstreichen bis Du einen angenehmen Peelingeffekt spüren kannst.

Sollte Dir kalt sein, schwanger oder eine starke Vata-Störung vorliegen, dann solltest Du besser auf diese Peeling-Massage verzichten.

Auf Ayurveda musst Du auf keinen Fall verzichten! Suche Dir einfach einen Therapeuten in der Nähe und lasse Dich in die besondere Welt des Ayurveda einführen!

 

In diesem Sinne:

Genieße Deinen Tag und bleibe schön gesund!

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