Gestörter Schlaf

Schlafen, schlafen, nichts als schlafen!
Kein Erwachen, keinen Traum!
Jener Wehen, die mich trafen,
Leisestes Erinnern kaum,
Dass ich, wenn des Lebens Fülle
Nieder klingt in meine Ruh!
Nur noch tiefer mich verhülle,
Fester zu die Augen tu!

Friedrich Hebbel (1813 – 1863), eigentl. Christian Friedrich Hebbel, deutscher Dramatiker und Lyriker

Ein gesunder Schlaf beginnt man erst zu schätzen, wenn er uns abhanden gekommen ist.Ein schlechter Schlaf kann zu schlechter Gesundheit führen. Besonders der tägliche Umgang mit Computern, Smartphone und ähnlichem lässt viele darunter leiden. Viele greifen deshalb zu Schlaftabletten. Schlaftabletten haben allerdings schwere Nebenwirkungen.

Was ist Schlaf überhaupt?

Schlaf ist ein physiologischer Prozess, der für das Leben unerlässlich ist. Seine Qualität ist ent mit der psychischen und körperlichen Gesundheit verbunden. Viele Erwachsene berichten über Schlafprobleme. Dabei sind die Schlafmuster stark gestört und beeinträchtigen  die physische, mentale und emotionale Funktion eines Menschen. Unausgeschlafene reagieren gereizter und sind oft weniger belastbar. Fehler häufen sich in der Tagesroutine. Für die Zwischenmenschliche Beziehung ist es oft eine starke Hürde und oft die Zerreißprobe.

Schlaflosigkeit  lässt sich auf drei verschiedene Formen zusammenfassen:

  • Die Schwierigkeiten beim Einschlafen
  • Die Schwierigkeiten beim Durchschlafen
  • Die Schwierigkeiten erfrischt und erholt aufzuwachen.

Die Forschung zeigt, dass bei vielen psychiatrischen Störungen eine Form der Schlafstörung vorliegt. Neben Angstzuständen und affektiven Störungen besteht ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Schlaganfall, Diabetes und Fettleibigkeit. Ausreichend Schlaf und eine gute Schlafqualität sind unerlässlich für ein gesundes und glückliches Leben.

Für Menschen im Schichtdienst wie zum Beispiel fliegendem Personal oder in der Internet-Spezialisten sind Schlafstörungen ein großes Problem. Stress, Zeitdruck, hohe Anforderungen beeinflussen Gesundheit und Lebenssstil. Nicht ohne Grund wurde und wird Schlafentzug auch als Foltermaßnahme verwendet.

Schlafmittel sind keine dauerhafte Lösung

In der Verzweiflung wird dann zu Schlafmitteln gegriffen. Was ursprünglich als Ausnahme begründet wurde, wird schnell zu einer Gewohnheit. Diese Mittel sind oft freiverkäuflich verfügbar. Die Nebenwirkungen hängen vom gewählten Medikament ab. Wird das Mittel nur langsam abgebaut, kommt es am nächsten Tag zu Müdigkeit, Schwindel und einem Hang-Over-Effekt (eingeschränktes Reaktionsvermögen). Die Gruppe der Benzodiapezine machen relativ schnell abhängig. Diese sollten nur kurz  und unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.

Zurück zur Schlafhygiene bzw. Schlafstörungen

Studien zeigen einen signifikanten Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Body-Mass-Index (BMI), Kaffeekonsum, Alkoholkonsum, Rauchen, Alter, männliches Geschlecht, Angst und Nutzung von Smartphone und Laptop. Der schlechte BMI findet seine Ursache öfters in der geringen körperlichen Betätigung und einer kalorientintensiven Ernährung (Pizza, Cola und ähnlichem). Heutzutage sind gerade Mobiltelefone/ Smartdevices in einer kontinuierlichen Benutzung und zum Teil für den Einzelnen unentbehrlich geworden.

Die Ayurvedische Sichtweise

Die Gesundheit wird im Ayurveda immer ganzheitlich betrachtet. Prävention und kurative Maßnahmen stehen gleichberechtigt nebeneinander. Ayurveda arbeitet auf einer funktionalen Ebene und ist daher gut geeignet um funktionielle Zustände wie Schalfstörungen zu regulieren.

Im Ayurveda ist Schlaf eine der drei fundamentalen Stützen um Gesundheit zu erhalten. Die Ayurvedischen Schriften sagen, dass ein gesunder Schlaf Sinne, Wschstum, Immunität, Fruchtbarkeit und Kognition fördert. Der Schlaf wird beeinflusst durch die drei Doshas (hauptsächlich Pitta und Vata), Agni, Manas, Tamoguna und Ahara und Vihara.

Ein Hauptfaktor der Schlaflosigkeit ist Stress. Dieser verändert auch die Funktion von Vata und Pitta und stört somit unseren Schlaf. Auch die Essgewohnheiten wie zu spätes Essen erzuegen den gleichen Effekt. Die übermäßige Verwendung von Laptops und Telefonen agraviert Vata. Häufig wird die Nacht zum Tag gemacht. Diese Verschiebung der Arbeitszeiten ändert die normale Funktionsweise der Doshas. Ahara, Vihara und die geistige Reizüberflutung sind für einen gestörten Schlaf ursächlich.

Was kann man für sich dagegen tun?

Die Möglichkeiten für sich selbst zur Behandlung der Schlafstörungen sind so vielseitig wie die Ursachen.  Eine Basismaßnahme ist das Ausschalten der Geräte (TV, Smartphone oder Laptps) wenigstens eine Stunde vor dem Schlafgehen. Noch besser ist das Entfernen der Störfaktoren aus dem Schlafzimmer. im Schlafzimmer sollte kein Fernseher stehen oder auch kein Computer.

Wenn jemand Verdacht auf eine Schlafstörung hat, sollte er einen Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen. Die Behandlungsmöglichkeiten umfassen außer Medizin auch kognitive Verhaltenstherapien wie das Führen eines Schlaf-Tagebuches. Hier wird aufgeführt, wann zuletzt gegessen wurde und wie der Schlaf -unruhig, unterbrochen etc- war. Dies hilft Verhaltensweisen zu identifizieren und eventuell zu modifizieren.

Eigene Möglichkeiten sind:
  • tägliche Kopfmassagen mit Öl (zum Beispiel Brahmi thailam)
  • Gönnen Sie sich öfters mal eine Öl-Anwendung wie zum Beispiel die Abhyanga.
  • Vermeiden Sie tagsüber zu schlafen. Stehen Sie nach Möglichkeit jeden Tag zur gleichen Zeit auf. Planen Sie sich einen Zeitraum von sieben bis neun Stunden für den ununterbrochenen Schlaf ein.
  • Kaffee, Schokolade, Nikotin wirken anregend und sollten vor dem Schlafen gehen vermieden werden.
  • Lesen Sie ein entspannendes Buch. Hören Sie sanfte, beruhigende Musik oder nutzen Sie die positiven Effekte der Meditation.
  • Lavendel entweder als Duftöl oder ein frischer Strauß verbreiten einen angenehmen Geruch und beruhigen.
  • Das Schlafzimmer sollte nur als Schlafzimmer genutzt werden. Gehen Sie ins Bett, wenn sie müde sind. Sollten Sie nicht gleich einschlafen können, dann wiederholen Sie den 4. Punkt dieser Aufzählung.
  • Sport hilft Ihnen besser zu schlafen. Vermeiden Sie aber spätabendliche Trainingseinheiten.
  • Yoga und Meditation unter fachkundiger Anleitung praktiziert, verbessert den Stresslevel.
Die indische Pflanzenheilkunde

Die indische Pflanzenheilkunde (Dravyaguna) nutzt verschiedene Pflanzen zur Verbesserung der Schlafqualität. Jatamamsi (Nardostachys grandiflora DC) ist eine dieser Pflanzen. Die Pflanze wächst im Himalaja und hat die Eigenschaft alle drei Doshas zu verringern. Im Geschmack gilt Jatamamsi als bitter, herb und süß. Scharf im Vipaka und kühlend in der Virya. Seine besondere Wirkung Prabhava ist bhutaghna („Geisttöter“). In der Phytotherapie gilt Jatamamis als guter Ersatz für den Baldrian. Genutzt wird das ätherische Öl genauso wie ein flüssiger Auszug aus dem Rhizom.

Lassen Sie sich aber hier von einem Experten beraten bevor Sie die unbekannte Pflanze nach eigenem Gefühl und Gutdünken einsetzen.

In diesem Sinne:

Bleiben Sie gesund und erhalten Sie Ihre Gesundheit!

 

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