Ayurveda: Eine gesunde Lebensweise

Ayurveda wird bekanntlicherweise mit „Wissen des Lebens“ oder auch „Wissenschafts des Lebens übersetzt. Eines der Grundmaxime des Ayurveda lautet die Pflege und die Erhaltung der eigenen Gesundheit. Dabei wird der Mensch in seiner Ganzheit betrachtet. Das Ayurveda ist dabei ein Instrument der Heilung und eine Lebensweise. Laut den Lehren des Ayurveda trägt jeder Aspekt unseres Lebens zu unserer Gesundheit bei. Schlechte Gesundheit ist selten Folge einer einzigen oder einfachen Ursache. Unsere Ernährung ist dabei ein sehr deutlicher Faktor, der unsere Gesundheit beeinflussen kann und den wir sehr schnell verändern können. Das Wetter entzieht sich hier unserer direkten Kontrolle. Weiterhin ist es wichtig, nicht unbedingt alle Faktoren auf einmal zu beeinflussen oder zu verändern. Vielemehr sollte dies langsam und mit kleinen umsetzbaren Schritten erfolgen.

Eine kleine Geschichte aus Indien

Hierzu erst mal eine kleine Geschichte aus Indien: Es gab einmal einen reichen Mann, der schwere Kost und eine sitzende -kapha fördernde – Lebensweise bevorzugte. Er besuchte jeden Arzt in der Stadt, um sein Körpergewicht in den Griff zu bekommen, aber es änderte sich nichts. Er verlor kein einziges Kol0! Wegen seines Wohlstand konnte er es sich leisten, das Leben leicht zu nehmen und reichhaltige Speisen zu essen. Mehrere verschiedenen Speisen waren hierbei keine Seltenheit. Da hörte dieser Mann von einem Guru, der ihm helfen könne an Gewicht zu verlieren.

Der Guru wies den Mann also an, all seine Anweisungen ohne Ausnahme umzusetzen. Er wies ihn an, er solle früh aufwachen – 4 Uhr morgens, sich die Zähne zu putzen und die Zunge zu reinigen und dann ein Glas heißes Wasser mit Honig zu trinken. Danach sollte er sich duschen und mit feuchten Kleidern am Körper einen Eimer Wasser zu einem Hanuman-Tempel auf einem Berg tragen, während er wiederholt das Mantra „Jai Hanuman“ chantete. Auf dem Berg sollte er der Hanuan-Statue ein Bad geben und den Tempel elf Mal umrunden und sich dann auf den Heimweg machen. Auch hier sollte er auf dem Weg nach unten das Mantra erneut wiederholen. Dieser ganze Ablauf sollte ein Jahr lang täglich wiederholt werden.

Die Aufgaben des Gurus haben dem Mann Disziplin gegeben und nach dem er das Programm ein Jahr lang befolgte, verlor er eine große Menge an Gewicht. Diese kleine Geschichte ist ein einfaches Beispiel dafür wie etwas Ordnung und Disziplin im Leben die Doshas ausgleichen können.

Grundprinzipien für eine gesunde Lebensweise

Vielleicht kann man Ayurveda auch als ein Buch der Empfehlungen bezeichnen, denn Ayurveda verbietet grundsätzlich niemandem etwas, sondern zeigt mittel und Wege auf, wie das Gleichgewicht zwischen Innen und Außen, zwischen Mensch und Natur wieder hergestellt werden kann.

Der ayurvedische Begriff für Gesundheit heißt SWASTHA und bedeutet „Im Selbst gegrundet sein.“ Der Mensch ist eins mit dem Kosmos und lebt dies in stiller Bewusstheit. Um unsere gesundheit zu erhalten müssen wir bestimmte Richtlinien einhalten. Laut Ayurveda sind dies folgende Regeln:

  1. Die tägliche Lebensweise
  2. Der Jahreszeit angepasste Lebensweise.
  3. Umsicht beim sexuellen Verhalten.
  4. Verhaltensregeln in der Gesellschaft.
  5. Vorsichtsmaßnahmen gegen vorzeitiges Altern.
  6. Ethisches Verhalten.
Ritucarya: Der Jahreszeit angepasste Lebensweise

Jetzt wollen wir erst mal unseren Blick auf die Jahreszeit angepasste Lebensweise haben. Anfällig für Krankheiten sind wir häufig zum Jahreszeitenwechsel. Im Frühjahr nimmt Kapha zu, im Sommer Pitta und im Winter Vata. Je nach Körpertyp (Vata, Pitta, Kapha) sollen wir der entsprechenden Jahreszeit angepasste Nahrungsmittel bevorzugen und regelmäßige Körperreinigungstherapien durchführen.

In Indien ist der Herbst eine heiße Jahreszeit, die Pitta-Dosha verschlimmert. In den gemäßigten Gebieten wie bei uns hier in Europa hat der Herbst jedoch die Qualitäten trocken, leicht, kühl, rau und windig. Diese Qualtitäten reizen unser VataDosha. Somit konzentrieren wir uns im Herbst auf die Beruhigung von Vata.

Aus diesem Grund befolgen wir eine vata-mildernde Diät. Primär sollten unsere Speisen die Eigenschaft –  süß, sauer und salzig – haben. Suppen sind eine wärmende, beruhigende Speise, die unserer Körper auch leicht verdauen kann. Neben dem klassischen Ingwertee eignen sich auch Zimt- und Kardamomtee unser Vata zu mäßigen. Ayurveda empfiehlt uns früh zu Bett zu gehen und auch früh aufzustehen. Regelmäßige Yoga-Praxis nebst Meditation und Pranyama haben eine gute Wirkung auf unseren Körper wie auch auf unseren Geist. Häufig unterschätzen wir die Wirkung von Zugluft oder vom Wind. Daher achten Sie darauf, sich warm zu halten und sich vor starkem Wind zu schützen.

Regelmäßige Ölmassagen wie die Abhyanga helfen uns, uns wieder zu spüren und in unserem Körper anzukommen. Selbst der tägliche, kleine Tropfen Sesamöl in unsere Nase hat bereits einen großen Effekt auf unser Immunsystem.

Nasya: Die Nasenpflege

Die Nase und die Nasennebenhöhlen sind dei Übergänge von der äußeren Atmosphere in die unseres Körpers. Zum Schutz sind diese Organe mit Schleimhäuten ausgekleidet. Wenn sie austrockenen oder anschwellen, ist ihre Schutzfunktion reduziert und erkältungsbedingt sowie allergischen Entzündungen der Nebenhöhle sind Tür und Tor geöffnet. Die Regelmäßige Pflege dieser Strukturen schützt vor unangenehmen und meist lang anhaltenden Beschwerden. Auch bei einer anatomischen Verengung der Nasengänge durch eine Verkrümmung der Nssenscheidewand ist Erleichterung möglich.

Durchführung

Gebe etwas Öl in ein Schälchen oder einen Esslöffel und erwärme es leicht in der Hand. Tauche den kleinen Finger in das Öl. Massiere nun mit dem ölbenetzen Finger das Innere der Nasengänge. Drücke mit Daumen und Zeigefinger die Nasenflügel sanft zusammen, damit das Öl sich gut verteilen kann. Schnäuze nun in das Waschbecken, damit die ovm Öl gelösten Schmutzpartikel beseitigt werden. Dazu halte einen Nasenflügel mit zwei Fingern angedrückt, während Du durch das andere Nasenloch kräftig stoßartig ausatmest. Dann tauche den kleinen Finger erneut ins Öl, halte ihn in die Nase und schnupfe das Öl hoch. Wiederhole den gleichen Vorgang für den anderen Nasengang.

 
Zu guter Letzt

Schützende Bekleidung und ein warmes Essen im Bauch sind wirksame Schutzmaßnahmen, damit der kalte Wind keine Chance erhält das innere elementare Gleichgewicht zu stören. Die einfache gesund erhaltende Regel im Ayurveda lautet: Handlungen und Dinge mit gegensätzlichen Eigenschaften zu den provozierten Elementen gleichen diese aus. Umgekehrt verstärkt Ähnliches Ähnliches.

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