AYURNA Praxis für Ayurveda & Naturheilkunde

Ayurveda – Ist doch bloß Wellness!

Vor Jahren – während einer Vorstellungsrunde eines Heilpraktiker-Seminars – erhielt ich den spontanen Zuruf, dass Ayurveda nur Wellness und keine Medizin sei. Dieser Ausruf hatte mich schwer getroffen und andererseits war ich auch zutiefst entsetzt so viel Vorurteile zu erfahren. Hielt ich doch damals die Kollegen als sehr „open-minded“ und anderen Heilweisen zugetan. So musste ich erst einmal das Bild von Ayurveda dieser Gruppe neu erläutern.

 

Was ist Ayurveda?

Bei Ayurveda denkt man meistens an die schönen Öl-Massagen mit reichlich Öl und denkt an aromatische, indische Gerüche. Doch Ayurveda ist mehr als einfach nur die Ölmassagen, die sich innerhalb der Schönheitssalons und Wellnessbewegung etabliert hat. Der Begriff Ayurveda besteht aus den Worten „Ayu“ (Sanskrit: Leben) und „Veda“ (Sanskrit: Wissen/ Weisheit) und bildet somit zusammengesetzt den Begriff „Lebensweisheit“ oder auch „Wissen vom Leben“. Dadurch begreift sich Ayurveda als eine Art Wissenschaft, denn hier wird genau untersucht und analysiert was unsere Lebensspanne verkürzt. Gleichzeitig macht Ayurveda genaue Aussagen wie wir unsere Lebensspanne „verbessern“ können. Diese Vorschläge umfassen dabei neben dem Körper auch genaue Empfehlungen für unseren Geist und unser Seelenheil.

Aufgrund dieses Denkens fokussiert sich die Ayurveda-Therapie weniger auf die Symptome als eher auf die krankheitsauslösenden Faktoren. Der mensch lernt, in innerer Einheit mit seinem Körper und seinen Gefühlen zu leben und isch als Teil des Kosmos zu betrachten. Es gilt:

  • Gesundheit ist ein dynamischer Zustand.
  • Befindet sich der Mensch im Gleichgewicht, befinden sich Körper und Psyche im Einklein, funktionieren Organe in Harmonie, ist die Stoffwechsellage ausgeglichen.
  • Gleichgewicht wird durch pathogene Faktoren (z.B. Umweltgifte, schlechte Nahrungsmittel) bedroht.
  • Krankheit entsteht schrittweise:
    • der Körper wird durch äußerlich einwirkende Pathogene geschwächt, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
    • Überwiegen Pathogene über die Gesundungsfähigkeit, finden sie den „locus minorus resistentiae“ („Ort des geringsten Widerstands“) und nisten sich dort ein, um manifeste Symptome hervorzurufen.
    • letzte Instanz: Komplikationen
  • Der Körper ist das Werkzeug des „Inneren Selbst“ (Jivatma) – unsere „Seele“ , das diesen steuert und eine Bestimmung hat; es ist unsterblich und wird nach dem Tod in einem anderen Körper wiedergeboren.
  • Schmerz („Dukha“)  wird im Ayurveda mit Krankheit gleichgesetzt.
Allgemeine Grundlagen

Die allgemeinen Grundlagen der traditionellen, indischen Heilkunst finden sich in den alten, teilweise heiligen Schriften. Zum Beispiel in den Überlieferungen zu Dhanwantari – dem indischen Gott der Heilkunst -. Die Empfehlungen verstehen sich als ein ganzheitlichen Therapieansatz und fußt auf mehreren Säulen und die dient der Förderung der geistigen, körperlichen und emotionalen Gesundheit auf allen Stufen der medizinischen Versorgung. Prävention erreicht durch Früherkennung von möglichen krankmachenden Ursachen eine akute Behandlung und so kann die Rehabilition der Gesundheit erreicht werden. Letztendlich schaffen wir durch diese Maßnahmen dann die Aufrechterhaltung unserer eigenen Gesundheit.

Das Grundverständnis des Ayurveda beruht auf der indischen Philosophie und teilt sich einige Gemeinsamkeiten mit dem Yoga. Aus diesem Grund kennen Yoga-Praktizierende viele Begrifflichkeiten des Ayurveda. Leider dürfen wir dabei niemals vergessen, dass es in Indien oder Asien nie eine unverrückbare, unabänderliche Wahrheit gibt. So ergeben sich aus den Gemeinsamkeiten auch Unterschiede. Im Yoga geht es viel um den Geist, aber dieser soll in einen höheren Zustand versetzt werden.  Dieser Zustand wird mit „Satchitananda“ – die absolute Glückseligkeit gleichgesetzt und viele Yoga-Übungen, die wir aus dem Yoga-Unterricht etc kennen, haben nur den Zweck den Körper für den Geist vorzubereiten. 

Sicherlich ist im Ayurveda der Geist ebenso wichtig wie im Yoga, doch der Ayurveda möchte den Körper als Träger der Seele lange gesund und zufrieden halten.

Die alten Rishis (Meister/ Seher) erkannten, dass das Bewusstsein eine Energie ist. Die 5 ubiquitär präsenten Grundelemente – Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther – sind als Manifestation dieser Energie zu verstehen und nicht unbedingt direkt mit den elementaren Ausdrucksform gleichzusetzen. Diese Grundelemente sind symbolisch zu verstehen und somit nicht identisch mit unserer modernen Elementenlehre. 

Aus dem Einheitsbewusstsein gingen subtile Schwingungen des kosmischen Klanges AUM oder auch OM hervor, aus denen das Element Äther entstand. Es begann sich zu bewegen (Wind), wodurch Reibung (Hitze/ Feuer) entstand, was zur Verflüssigung (Wasser) anderer Elemente führte. Im weiteren Verlauf verfestigte sich das Wasser, um Moleküle des Elements Erde zu bilden. Der Mensch ist eine Abbildung des Makrokosmos, weswegen sich die Elemente auch in jedem einzelnen Körper wiederfinden und den Sinnen zugeordnet werden können:

  • Äther (Raum) – Räume im Körper: Bauch, Brustraum, Gastrointestinal- und Respirationstrakt, Gewebe, Hören, kapillaren, Lymphbahnen, Mund (Schmecken), Nase (Riechen), Zellen
  • Wind – Bewegung: Herzschlag, Muskulatur, Nervenimpulse, Propulsion im Gastrointestinaltrakt, Respiration
  • Feuer – Stoffwechsel: Denken, Körpertemperatur, Sehen, Verdauung
  • Wasser – Absonderungen: Plasma, Schleimhäute,  Speicheldrüsen, Verdauungssäfte, Zytoplasma
  • Erde – feste Strukturen: Haare, Haut (Fühlen), Knochen, Knorpel, Muskeln, Nägel, Sehnen

 

3 Doshas

Die fünf Grundelemente manifestieren sich im Körper als drei Wirkkräfte und bestimmen alle Funktionen des Körpers, Geistes und Bewusstseins.

Diese werden Vata, Pitta und Kapha genannt und sind in jeder Zelle des Körpers vorhanden. Sie kommen in jeweils drei Ausprägungen vor. Als Tridathu stehen sie für die erhaltende Kräfte der Gesundheit. Während sie in der Krankheit für die pathogenen Faktoren als Tridosha stehen. Und letztendlich verlassen sie nach getaner Arbeit den Körper als Ausscheidungen (Malas). Vata nährt Pitta, Kapha ist notwendig um Pitta zu beherrschen. Vata bewegt Kapha und Pitta.

 

Die weiteren Ausführungen sprengen aber erst mal den Rahmen dieses Blogs. Er ist heute schon philosophischer geworden als ursprünglich geplant. Wenn es Dich interessiert, mehr in dieser Richtung zu erfahren, dann poste einen Kommentar und ich werde mich wieder an die Arbeit machen und es weiter erläutern.

 

 

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