Darmsanierung – Darmgesundheit

Ein gesunder Darm ist mehr als eine funktionierende Verdauung. In östlichen Kulturen und auch im Ayurveda hatte der Darm immer eine zentrale Bedeutung für die menschliche Gesundheit. Der Darm ist der wichtigste Teil des Verdauungstraktes und erreicht beim erwachsenen Menschen eine Länge von ca. 5 ½ bis 7 ½ Metern. Durch die Darmzotten erreicht er eine Oberfläche von ca. 32 m². Die Gesamtheit der Mikroorganismen im Darm ist die Darmflora, auch Mikrobiom genannt. Das intestinale Mikrobiom besteht aus ca. 1.000 verschiedenen Arten von Bakterien, die essentiell für die Verdauung, Synthetisierung von Vitaminen und Aminosäuren sowie für die Stärkung des Immunsystems sind.

Der Darm wird von verschiedenen Bakterien, Archareen und Eukaryoten besiedelt. Er stellt ein komplexes und dynamisches bakterielles Ökosystem dar, das sich innerhalb der ersten Lebensjahre etabliert. Die Besiedlungsdichte des Darms ist anfangs gering und steigt mit zunehmendem Lebensalter stetig an. Die Besiedlung wird hier besonders durch die Ernährung beeinflusst. Jeder Mensch verfügt über eine individuelle Zusammensetzung der Darmbakterien. In Abhängigkeit von seiner Ernährungsweise lassen sich diese in drei Hauptgruppen (Enterotypen) unterteilen: Enterotyp 1 wird von Bacteroidetes dominiert, Enterotyp 2 von Prevotella sowie Enterotyp 3 von Ruminococcus-Bakterien.

Fehlbesiedlung des Darms

Veränderungen der Darmflora können in einer Unter- oder Überbesiedelung und in einer Veränderung ihrer Zusammensetzung bestehen.  Allgemein Bauchschmerzen, Blähungen, eine erhöhte Infektanfälligkeit sowie Nahrungsmittelunverträglichkeiten können Anzeichen einer Fehlbesiedlung des Darms sein. Bestimmte Bakterienarten im Darm fördern sogar das Risiko für Adipositas, Diabetes und Arteriosklerose. Bei Abnahme der bakteriellen Vielfalt (Diversität) kann eine Dysbiose entstehen, die zu Erkrankungen wie Adipositas, Diabetes, entzündliche Darmerkrankungen, rheumatoide Arthritis, kardiovaskulären und neuropsychiatrischen Erkrankungen führen kann.

Mittels einer Stuhlprobe kann die Zusammensetzung des intestinalen Mikrobioms/ Darmflora analysiert  und undividuelle Risikoprofile ermittelt werden. Die Stuhlprobe wird hier an das Ganzimmun Labor eingeschickt und je nach Wunsch wird das genaue Risikoprofil erstellt. >Hier finden Sie Informationen des Labors<

Darmsanierung

Unter einer Darmsanierung versteht man den Wiederaufbau einer gesunden Darmflora, in der alle Bakterien in einem Gleichgewicht vorhanden sind. Anhand der Stuhlanalyse wird ein Therapieplan erstellt. Dieser Therapieplan besteht aus verschiedenen Bestandteilen wie Ernährungsempfehlungen, Reinigungen und anderen Methoden und richten sich nach den Bedürfnissen und Wünschen des Einzelnen.

 

Ausblick: Der Darm im Ayurveda

Im Ayurveda wie auch in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) spielt der Darm eine Schlüsselrolle für die individuelle Gesundheit. Für eine optimale Gesundheit sind neben der richtigen Auswahl der Nahrungsmittel ein guter Transport, eine optimale Aufspaltung und Resorption und eine gute Ausscheidung der Abfallstoffe wesentlich.

Eine gute und gesunde Verdauung ist primär abhängig von den richtigen Lebensmitteln. Schlechte Nahrung, falsche Ernährung, schlechte Lebensgewohnheiten (z. B. Bewegungsmangel, ungenügendes Stressmanagement, fehlende Entspannung, ungünstiges Arbeitsumfeld – Schichtarbeit) führen zu einem Ungleichgewicht bzw. Störung der Doshas. Der Transport, die Verdauung und die Aufnahme von Nährstoffen sind dann beeinträchtigt. Hält die Störung länger an, entsteht Ama.

AMA – das besondere Konzept

Stimmt die Verdauungskraft (ein pathologisches Agni) nicht, dann entsteht AMA. Als AMA werden im Ayurveda pathologische, toxische Stoffwechselprodukte bezeichnet. Sammelt sich AMA im Körper an, verschlechtert dies die Funktion von Agni. Das aber beeinträchtigt die Funktion aller Stoffwechselprozesse sowie den Gewebeaufbau im Körper immer weiter. Wird Ama nicht beseitigt, beginnt somit ein Teufelskreis.

Viele schwerwiegende Erkrankungen sind mit verursacht durch Ama. Ein typisches Krankheitsbild ist Amavata, das mit einer rheumatoiden Arthritis gleichgesetzt werden kann.

Typische Ama-Symptome sind:

  • Verdauungsstörungen
  • Appetitlosigkeit
  • Schweregefühl
  • Antriebslosigkeit, Trägheit
  • Unwohlsein
  • Benommenheit
  • Steifigkeit
  • schlechter Geruch der Ausscheidungen
  • Zungenbelag

Agni schwächende und Ama fördernde Faktoren sind:

  • falsche Ernährung
  • fehlende oder unpassende Bewegung
  • ungenügende Entspannung
  • schlechtes Stressmanagement
  • Unterdrücken der natürlichen Bedürfnisse (wie z.B. Gähnen)
  • langes Wachbleiben
  • starkes Übergewicht

Aus westlicher Sicht kann Ama als Toxin, welches von außen zugeführt wird oder im Körper entsteht, verstanden werden.

Beispiele für „Toxine“, die im Körper entstehen:

  • freie Radikale, die z. B. durch Stress, schlechte Verdauung, qualitativ minderwertige Nahrungsmittel und falsche Ernährung entstehen
  • zu hoher Blutzucker (bei Typ-2-Diabetes)
  • zu hohe Blutfette
  • zu hohe Harnsäure (bei Gicht)
  • Ammoniak bei chronischer Obstipation (Ammoniak schädigt insbesondere Nerven und Gehirn), ungenügende Verdauung, Leberschaden

Bemerkung zu freien Radikalen:

Freie Radikale sind sehr aggressive Moleküle, die Zellwände, Entgiftungsmechanismen von Zellen, Zellkerne und auch die DNA der Zellkerne schädigen können. Sie sind beteiligt, bzw. die Beteiligung wird diskutiert, an der Entstehung schwerer und chronischer Krankheiten, z. B. der Gelenke (rheumatische Erkrankungen), der Abwehr (Autoimmunerkrankungen), des Auges (grauer Star), aber auch bei Gefäßkrankheiten (Arteriosklerose), chronisch entzündlichen
Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn) und Gehirn abbauenden Erkrankungen (z. B. Altersdemenz). Auch bei verschiedenen Krebsformen werden freie Radikale als eine der Ursachen angenommen.

AMA-Ausleitung

Aufgrund der starken, pathologischen Wirkung von AMA ist die Ausleitung und Vermeidng von Ama ein zentrales Thema im Ayurveda. Mit verschiedenen Reinigungstechniken wird hier gezielt das Ama aus dem Körper entfernt. Allgemeine Ernährungs- und Lebensführungsempfehlungen sollen helfen, dass AMA nicht erneut im Körper gebildet wird. Eine gesunde Lebensweise ist somit zentral.

Eine gesunde Lebensweise nach Ayurveda umfasst:

  • die richtige, konstitutionsangepasste Ernährung
  • die richtige Bewegung
  • die richtige Atmung
  • die richtige Entspannung